Schleswig-Holsteins größter Bürgerwindpark eröffnet

Windkraftanlagen des Bürgerwindparks in der Nähe von Medelby. (Foto: dpa)
Windkraftanlagen des Bürgerwindparks in der Nähe von Medelby. (Foto: dpa)
20.04.2015

Im Kreis Schleswig-Flensburg ist ein Bürgerwindpark mit 27 Windkraftanlagen und 82,3 MW Leistung ist ans Netz gegangen. Finanziert wurde der Windpark an der dänischen Grenze von Bewohnern der umliegenden Gemeinden.

Auf ungefähr 950 ha stehen nun 24 Senvion-Turbinen REpower 3.2M114 mit jeweils 3,17 MW Leistung und drei und REpower MM92 mit jeweils 2,05 MW Leistung. Die 360 beteiligten Bürger investierten insgesamt 25,4 Mio. € Eigenkapital in den Windpark und mit einer Gesamtinvestitionssumme von 127 Mio. € zählt der Windpark auch hier zu den größten Bürgerprojekten der Region. Trotz der hohen Investitionssumme gibt es keine Großinvestoren.

Organisiert sind die Bürger in der „BürgerWindpark im Kirchspiel Medelby GmbH & Co. KG“. Gesellschafter der KG konnten Bürger werden, die entweder ihren ersten Wohnsitz in einer der sechs Gemeinden (Holt, Jardelund, Medelby, Osterby, Weesby oder Böxlund) haben oder dort einen Laden besitzen.

Insgesamt soll der Windpark pro Jahr rund 206 GWh Strom liefern und so 59.000 Haushalte versorgen. Bei der Versorgung kommt das im September 2014 eröffnete Umspannwerk Jardelund zum Einsatz. Dieses wurde ebenfalls von den Bürgern komplett selbst finanziert.

Thomas Jessen, einer von vier Geschäftsführern der Gesellschaft freut sich über die Umsetzung und die Vorteile des Windparks für die Region: „Wir sind sehr stolz, Schleswig-Holsteins größten Bürgerwindpark eröffnen zu dürfen. Mit der Unterstützung der lokalen Kommanditisten ist es uns in den vergangenen Monaten gelungen, dieses wirtschaftlich interessante und ökologisch sinnvolle Projekt erfolgreich umzusetzen. Nicht nur die beteiligten Bürger, die das komplette Projektrisiko tragen, erzielen durch die Inbetriebnahme der Windkraftanlagen eine Rendite. Auch die Gemeinden Holt, Jardelund, Medelby und Osterby profitieren in Zukunft erheblich von Einnahmen aus Gewerbesteuer, Einkommenssteuer und Pachtzahlungen. Die gesamte Wertschöpfung des Windparks bleibt so vor Ort.“

Tanja Peschel

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