Größtes Solarkraftwerk der Malediven geht ans Netz - Deutsches Unternehmen hilft Inselstaat bei Energiewende

Malé - Mit der Inbetriebnahme des bislang größten Solarkraftwerks forcieren die Malediven die Energiewende im eigenen Land.Seit vergangener Woche liefern neu installierte Solarmodule zusätzliche 294 Kilowatt Strom für Schulen und Krankenhäuser auf nunmehr sechs Inseln.

„Da die Sonneneinstrahlung hier knapp 70 Prozent höher ist als in Deutschland, ist Photo-voltaik der zentrale Baustein bei der Umstellung des Energiesystems“, sagt Stefan Riel, Vorstand der WIRSOL SOLAR AG. Sie hat als erstes deutsches Unternehmen im Urlaubsparadies Solaranlagen mit einer Leistung von 652 kW installiert. Mindestens 20 MW will der Projektierer aus Baden-Württemberg in den kommenden Jahren dort noch bauen.

Strom wird auf den Malediven fast ausschließlich durch Dieselgeneratoren erzeugt. Lärm und Luftverschmutzung sind die Folgen für die rund 1200 Inseln im Indischen Ozean, die überwiegend nicht mehr als einen Meter über dem ansteigenden Meeresspiegel liegen.

Extrem teuer ist diese Art der Stromerzeugung ebenfalls. Die Dieselkosten für eine Kilowatt-stunde Strom liegen derzeit bei etwa 29 US-Cent. Rund 17 Prozent ihres Bruttosozialprodukts geben die Malediven für den Dieselimport aus, wobei die Kraftstoffpreise ständig steigen. Der Inselstaat hat deshalb beschlossen, als erstes Land seinen kompletten Strombedarf durch regenerative Energiequellen zu decken. Bis 2020 will man dieses ehrgeizige Ziel erreichen.

Unterstützt werden die Malediven bei der Energiewende vor allem durch Deutschland. "In der Projektierung von Photovoltaikanlagen konnten sich deutsche Unternehmen weltweit einen Vorsprung herausarbeiten. Diese Engineering-Qualitäten kommen nun einer Region zugute, die vom Klimawandel so drastisch betroffen ist, wie kaum eine andere", freut sich Christian von Stetten, Honorarkonsul der Malediven und Mitglied des Bundesvorstands der CDU-Mittelstandsvereinigung.

Schon jetzt produzieren die installierten Anlagen der WIRSOL SOLAR AG rund1,1 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr. Allein dadurch werden im gleichen Zeitraum bis zu 316.000 Liter Diesel eingespart und ca. 770 Tonnen Kohlendioxid vermieden. "Solaranlagen sind hier ein wirtschaftliches Mittel, um die konventionelle Energieerzeugung mit Dieseltreibstoff zu ersetzen", erklärt Dr. Thomas Walter, Geschäftsführer von WIRSOL Asia Pacific (APAC).

Gemeinsam mit der Renewable Energy Maldives (REM) hat WIRSOL ein Joint Venture gegründet, das die Photovoltaik-Kraftwerke auf eigene Rechnung finanziert und betreibt. Der so erzeugte klimaneutrale Strom wird an den staatlichen Energieversorger STELCO weiterverkauft. "Mit dem Zubau von Solaranlagen in einer Größenordnung von 20 MW sollen in den kommenden Jahren weitere Einsparungen von bis zu 25.000 Tonnen Kohlendioxid erzielt werden", sagt der Leiter des Joint Ventures, Dr. Ibrahim Nashid.

Quelle: WIRSOL SOLAR AG

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