Warten auf das Marktstammdatenregister

Peter Stratmann leitet das Referat für Aufgaben nach dem EEG bei der Bundesnetzagentur. (Foto: BnetzA)
Peter Stratmann leitet das Referat für Aufgaben nach dem EEG bei der Bundesnetzagentur. (Foto: BnetzA)
22.12.2017

Anfang Oktober hat der Solarenergie-Förderverein Deutschland (SFV) darauf aufmerksam gemacht, dass es für Stromspeicher, die nach dem 1. August 2014 in Betrieb genommen wurden, eine Registrierungspflicht gibt. Bis August 2017 seien aber nur 135 Speicher angemeldet worden – eine eklatante Differenz allein zu den über 60.000 installierten PV-Heimspeichern. SW&W hat bei Peter Stratmann, Leiter des Referats für Aufgaben nach dem EEG bei der Bundesnetzagentur, nachgefragt.

SW&W: Herr Stratmann, wie erklären Sie es, dass bislang nur so wenige Speicher angemeldet wurden? Liegt es tatsächlich an dem dafür notwendigen Formular, das erst seit dem 1. Januar 2017 auf Ihrer Website zu finden war? War es nicht bekannt, oder ist die Registrierung zu kompliziert?

Peter Stratmann: Die Registrierungspflicht für Speicher ist den Betreibern noch nicht bewusst. Stromspeicher, in die ausschließlich Strom aus Erneuerbaren-Energien-Anlagen eingespeist wird, sind bereits nach der Anlagenregisterverordnung von 2014 zur Meldung verpflichtet. Die Marktstammdatenregisterverordnung (MaStRV) hat diese Pflicht bestätigt. Speicher, die auch Graustrom speichern, verlieren ihre Eigenschaft als EE-Speicher; dies gilt auch, wenn sie nur sehr kleine Graustrommengen gespeichert haben.

Diese Graustrom-Speicher unterliegen nicht der Meldepflicht der Anlagenregisterverordnung – wohl aber der MaStRV. Möglicherweise war vielen Speicherbetreibern nicht bewusst, dass es sich bei ihrer Speicheranlage um eine Anlage nach dem EEG handelt.

Zur Information für unsere Leser: Die Marktstammdatenregisterverordnung ist am 1. Juli 2017 in Kraft getreten. Die Arbeiten am Webportal des Marktstammdatenregisters konnten allerdings nicht rechtzeitig abgeschlossen werden, wie auch auf der Website der Bundesnetzagentur zu lesen ist. Deshalb sind die Meldepflichten wie auf der Website der Bundesnetzagentur dargelegt zu erfüllen.

Peter Stratmann: Für alle Speicher gilt, dass sie erst dann erfasst werden sollten, wenn das Webportal des Marktstammdatenregisters seinen Betrieb aufgenommen hat. Das wird voraussichtlich im Sommer 2018 der Fall sein. Ein Speicherbetreiber hat keine Nachteile von behördlicher Seite zu befürchten, wenn er bis dahin mit seiner Registrierung wartet.

Sobald das Webportal in Betrieb gegangen ist, sind die Registrierungen durchzuführen; dann sind auch die Betreiber von bestehenden Speichern verpflichtet, sich selbst und ihren Speicher im MaStR zu registrieren.

Wer dessen ungeachtet jetzt seine gesetzliche Pflicht zur Registrierung wahrnehmen möchte, kann das durch Nutzung von Formularen tun, die wir bereitgestellt haben. Hiervon haben bisher nur sehr wenige Speicherbetreiber Gebrauch gemacht.

SW&W: Stellen Sie fest, dass es seit der Berichterstattung in zahlreichen Medien einen signifikanten Anstieg von Anmeldungen gibt? Bisher werden die Speicher ja nur im bestehenden Anlagenregister angemeldet. Beizeiten werden sie dann in das Marktstammdatenregister überführt.

Peter Stratmann: Wir beobachten einen kleinen Anstieg der Registrierungen, aber das macht den Speicherbetreibern einen vermeidbaren zusätzlichen Aufwand. Wir führen derzeit eine halbautomatische Registrierung durch. Später übernehmen wir die Daten zwar ins MaStR-Webportal, aber der Speicherbetreiber wird sich dort erneut registrieren und die Daten zu seinem Speicher vervollständigen müssen. Das kann man vereinfachen, indem man bis zum Sommer 2018 abwartet.

SW&W: Welche Fristen sind zu beachten?

Peter Stratmann: Speicher müssen – nach dem Start des Webportals – wie jede andere Anlage auch einen Monat nach ihrer Inbetriebnahme vom jeweiligen Betreiber der Bundesnetzagentur gemeldet werden.

SW&W: Welche Konsequenzen kann es haben, wenn ein Betreiber seinen Speicher später anmeldet?

Peter Stratmann: Nach dem Gesetz können verspätete Meldungen mit einem Bußgeld geahndet werden. Die Bundesnetzagentur sichert derzeit den verspätet Meldenden aber zu, kein Bußgeldverfahren einzuleiten.

Das Interview führte Ina Röpcke.

Weitere Informationen und Formulare:

Informationen zu den Meldepflichten: www.bundesnetzagentur.de/mastr

Meldebögen: https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Sachgebiete/ElektrizitaetundGas/Unternehmen_Institutionen/DatenaustauschundMonitoring/MaStR/RegistrEEGAnlagen/RegistrEEGAnlagen_node.html;jsessionid=2F58A16948EC56F5B5C8F2C4D7B511B6