UK: Einschnitte bei PV-Förderung geringer als erwartet

Die britische Regierung hat neue Regeln für die Förderung von Photovoltaikanlagen bekannt gegeben (Foto: dpa picture alliance)
Die britische Regierung hat neue Regeln für die Förderung von Photovoltaikanlagen bekannt gegeben (Foto: dpa picture alliance)
18.12.2015

Die britische Regierung hat am 17. Dezember geänderte Förderbedingungen bekannt gegeben. Angekündigt war dieser Schritt schon im Sommer. Jetzt sind die Zahlen offiziell – und obwohl die Einschnitte nicht so drastisch sind, wie zuletzt befürchtet, sind sie immer noch schmerzhaft.

Die Einspeisevergütung für kleine Photovoltaik-Installationen wird um bis zu 63,5 % reduziert. Zuvor war eine Kürzung um bis zu 87 % in der Diskussion. Im Detail besagt die neue Regelung, dass die solare Einspeisevergütung auf vierteljährlicher Basis gedeckelt wird. Gleichzeitig aber wird die erst zum 30. September beendete Vorab-Registrierung für Projekte über 50 kW wieder eingeführt. Damit können Projektierer sich einen Platz im jeweiligen geförderten Kontingent eines Quartals reservieren. Auch soll es möglich sein, nicht genutzte Kapazität von einem Quartal in das folgende zu verschieben. Die neuen Vergütungssätze sollen vom 8. Februar an gelten. Sie werden einer Degression unterworfen.

Weiterhin gab das Department of Energy and Climate Change (DECC) bekannt, dass der Unterstützungsmechanismus für Projekte bis zu 5 MW, das Zertifikate-System der Renewables Obligations, vorzeitig bereits am 1. April 2016 beendet wird. Für Projekte, die vor dem 22. Juli 2015 (dem Beginn der Beratungen zur Neuregelung) eine vorläufige Akkreditierung erhalten oder bei denen signifikante finanzielle Verbindlichkeiten eingegangen wurden, wird es eine Übergangsfrist geben. Auch das „grandfathering“, ein Bestandsschutz-Modell, das eine bestimmte Höhe der Unterstützung während der gesamten Laufzeit eines Projektes garantiert, wird beendet.

Unter den neuen Tarifen erwartet die britische Regierung eine Rendite von 4,8 % für Solarprojekte.

Zu den Auswirkungen der Veränderungen hatte es am 15. Dezember eine parlamentarische Anhörung gegeben, in der es insbesondere darum ging, ob die Beschlüssen das Vertrauen von Investoren unterminieren könnten. Immerhin war Großbritannien gerade erst im Renewable Energy Country Attractiveness Index von Ernst & Young vom Platz 8 auf Platz 11 herabgestuft worden. Dabei spielte die Einführung von Höchstmengen pro Quartal eine größere Rolle als die Reduktion der Tarife.

„Die Regierung hat zum Teil auf uns gehört. Das Ergebnis ist nicht das, was wir brauchen, aber es ist besser als die ursprünglichen Vorschläge“, kommentierte Paul Barwell, CEO der britischen Solar Trade Association. Deren Abschätzung, wie sich die Beschlüsse der Regierung auswirken werden, kommt zu dem Ergebnis, dass dadurch bis 2018/19 zwischen 9.700 und 18.700 Mitarbeiter ihre Arbeitsstellen verlieren werden.

Claudia Delpero

Weitere Informationen:

FiT Review: https://www.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/486082/FITs_Review_Govt__response_Final.pdf - siehe Tabelle 1, Neue Tarife; Tabelle 2, Obergrenze der geförderten Installationen;

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