Studie: Reinigung von Freiflächenphotovoltaikanlagen

14.08.2018

Wann lohnt sich die Reinigung von Photovoltaik-Freiflächenanlagen in Deutschland? Diese Frage war Gegenstand einer Studie mit 17 PV-Freiflächenanlagen, die über ganz Deutschland verteilt sind. Zu den beteiligten Unternehmen gehören die Milk the Sun GmbH und Meteocontrol GmbH.

Das Ziel der Studie war es zu ermitteln, ob die Reinigung von PV-Freiflächen-Anlagen grundsätzlich wirtschaftlich sinnvoll ist. Insbesondere sollte ermittelt werden, welche Auswirkungen die regionale Lage der Solarparks, deren Größe, die eingesetzte Modultechnologie, die Modulneigung, der Verschmutzungsgrad und das Inbetriebnahme-Datum (Alter) auf Reinigungseffekte haben. Für die Studie wurden die Daten von 17 PV-Anlagen durch die Anlagenbetreiber oder deren technische Dienstleister der Milk the Sun GmbH zur Verfügung gestellt und von Meteocontrol ausgewertet. Die untersuchten Datensätze beinhalten Anlagendaten für eine gereinigte Fläche und eine vergleichbare, nicht gereinigte Fläche (Vergleichsfläche) der Monate März 2017 bis September 2017. Die Reinigung fand je nach PV-Anlage zwischen dem 27. März 2017 und dem 10. April 2017 statt. Ausgewertete Daten sind Energiewerte, Leistungswerte und/oder Stromwerte.

Für die Auswertung wurden die Energiewerte der gereinigten Flächen mit den nicht gereinigten Flächen verglichen. Der Zeitraum vor der Reinigung (März und Anfang April) dient dabei als Referenzzeitraum, um vorhandene Performance-Unterschiede zwischen der gereinigten Fläche und der Vergleichsfläche bestimmen und ausgleichen zu können. Die Reinigung der PV-Anlagen erfolgte per Hand unter Einsatz des Systems Sola-Tecs der Firma Cleantecs (www.cleantecs.com) und unter ausschließlicher Verwendung von demineralisiertem Wasser ohne zusätzliche Reinigungsmittel.

Es wurden PV-Anlagen mit einer Größe von 1 MWp bis > 13 MWp gereinigt. Neben poly- und monokristallinen Modulen wurden auch PV-Anlagen mit Dünnschichttechnologie (CdTe) in der Studie berücksichtigt. Die Inbetriebnahme der gereinigten PV-Anlagen lag zwischen 2007 und 2013. Die Spanne der betrachteten Neigungswinkel lag zwischen 20° und 35 ° (www.cleantecs.com) und unter ausschließlicher Verwendung von demineralisiertem Wasser ohne zusätzliche Reinigungsmittel. Die Ertragsdaten wurden über Datenlogger durch die Meteocontrol GmbH ausgewertet.

Als Fazit der erzielten Reinigungsergebnisse ist erkennbar, dass es kein einheitliches Bild der Reinigungsergebnisse gibt. Die Ergebnisse reichen von sehr großen bis zu sehr geringen oder keinen Effekten und von volatilen bis hin zu gleichbleibenden Effekten über den Studienzeitraum. Nach Auswertung der Studie ist festzustellen, dass die Reinigung von Freiflächen-Photovoltaikanlagen unter bestimmten Parametern konstante bis deutliche Reinigungseffekte in Form von Mehrerträgen über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten erzielen kann. Als erfolgversprechendste Faktoren lassen sich aus der Studie drei wesentliche Parameter ableiten. Ob eine professionelle Modul-Reinigung wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt davon ab, ob die erwirtschafteten Mehrerträge größer sind, als die Kosten der durchgeführten Reinigung: Wirtschaftlichkeit ⇔ (Mehrertrag in kWh x Einspeisebedarf) > Reinigungskosten
 
Gerade bei älteren PV-Anlagen mit vergleichsweise hohen Einspeisevergütungen und hohen prozentualen Ertragssteigerungen sollte eine Wirtschaftlichkeit gegeben sein. Nicht auszuschließen ist zudem, dass die regelmäßige Reinigung der PV-Anlage auch einen positiven Effekt auf die Lebensdauer der Module haben kann. Diese Annahme war jedoch nicht Gegenstand dieser Studie.
 
Die vollständige Studie „Reinigungsstudie Freiflächenphotovoltaikanlagen“ kann über die Website www.milkthesun.com/de/reinigungsstudie zum Preis von 99,00 € netto zzgl. Mehrwertsteuer erworben werden. Registrierte Kunden von Milk the Sun erhalten die Studie zum rabattierten Preis von 49,00 € netto zzgl. Mehrwertsteuer.