Speicher-Förderprogramm am 1. März in Baden-Württemberg gestartet

01.03.2018

Das Land Baden-Württemberg hat am 1. März 2018 ein Förderprogramm für Solarstromspeicher aufgelegt. Wer eine PV-Anlage mit netzdienlichem Speicher errichtet erhält einen Zuschuss von bis zu 30 %. Zuschüsse können dabei Privatpersonen ebenso wie Gewerbetreibende und Kommunen erhalten.

Im Südwesten der Republik soll die Installation von PV-Anlagen mit Speicher angekurbelt werden. Zu diesem Zweckt hat das Land Baden-Württemberg ein neues Förderprogramm aufgelegt. Die Zuschüsse für Heimspeicher an kleineren und mittleren Anlagen beträgt dabei 300 /kWh nutzbarer Batteriekapazität. Pro Vorhaben seien 7.500 Euro Förderung möglich, mindestens jedoch 600 Euro, wie Franz Pöter, Geschäftsführer des Solar Clusters, erklärt. Landesweit stünden rund 2 Millionen Euro zur Verfügung. Das Programm in Anspruch nehmen können sowohl Privatpersonen als auch Kommunen und Unternehmen – für Gewerbespeicher an Großanlagen gibt es einen Zuschlag. Der ab 2019 sinkende Landeszuschuss kann mit der Bundesförderung kumuliert werden – eine höhere Förderung ist damit möglich.

Das Land will mit der finanziellen Unterstützung Solarstromspeicher wirtschaftlicher machen und damit den Bau von Photovoltaikanlagen vorantreiben sowie die Belastung der Verteilnetze reduzieren.

Zu beachten ist, dass der Landeszuschuss mit der bundesweiten KfW-Förderung kompatibel ist. Prinzipiell gibt es daher für die Speicherkäufer neben dem Landesgeld noch einen Kredit- Tilgungszuschuss von bis zu 2.000 Euro für die Solarbatterie hinzu. Da jedoch bei der Kumulierung die Landesförderung nicht höher liegen darf als die Bundesförderung, lohnt sich das nicht in allen Fällen. „Es kann attraktiver sein, nur die Landesförderung in Anspruch zu nehmen. Käufer von Solarstromspeichern sollten eine mögliche Kumulierung daher genau prüfen“, gibt Pöter zu bedenken.

Wichtig ist auch: Es stehen bei beiden Programmen, der Landes- und Bundesförderung, nur begrenzt Mittel zur Verfügung. Das KfW-Programm des Bundes endet zudem Ende 2018. „Interessenten sollten sich daher beeilen, wenn sie Geld aus den Fördertöpfen erhalten wollen“, so Pöter.

Förderung auch für Gewerbespeicher

Auch im Fall von Batteriespeichern an neuen großen Photovoltaikanlagen geht die Landesförderung über die Bundesförderung hinaus: Batteriesysteme in Verbindung mit Photovoltaikanlagen über 30 Kilowatt installierter Leistung sind auf Bundesebene nicht förderfähig. Im neuen Landesförderprogramm sind die Nutzer, meist gewerbliche oder kommunale Akteure, dagegen antragsberechtigt. Sie erhalten sogar höhere Zuschüsse als Heimspeicher, da Sinn und Zweck der Förderung mehr und größere Anlagen sind. Für netzdienliche Speicher an größeren Photovoltaik- Anlagen gibt es 100 Euro pro kWh nutzbarer Batteriekapazität hinzu.

Das Förderprogramm läuft bis Ende nächsten Jahres. Ab 1. Januar 2019 wird die Förderung für Speicher an Photovoltaikanlagen kleiner 30 Kilowatt installierter Leitung um ein Drittel sinken, für Gewerbespeicher an größeren Solaranlagen sinkt sie nur um 25 Prozent.

Nutzer sollten die Förderbedingungen beachten. Wer die Förderung erhalten möchte, muss den Antrag vor dem Kauf des Solarspeichers stellen. Danach gibt es kein Geld vom Land mehr. Für die Batterien des Speichersystems muss außerdem eine Zeitwertersatzgarantie des Händlers oder Herstellers für einen Zeitraum von zehn Jahren vorliegen. Ist das nicht der Fall, fließt ebenfalls kein Fördergeld. Mit dieser Regelung sollen nur qualitativ hochwertige Systeme gefördert werden. Bei einer Zeitwertersatzgarantie wird im Fall eines Defekts der Wert des Stromspeichers zum Zeitpunkt des Ausfalls ersetzt.

Solar Cluster Baden‑Württemberg / Philipp Kronsbein