Sonnenkraftwerk mit Modellcharakter in Detmold

Blick aus Süd-West auf den fertiggestellten westlichen Teilbereich, links ist der Recyclinghof zu sehen. (Foto: Abfallbeseitigungs-GmbH Lippe)
Blick aus Süd-West auf den fertiggestellten westlichen Teilbereich, links ist der Recyclinghof zu sehen. (Foto: Abfallbeseitigungs-GmbH Lippe)
04.10.2017

In Detmold haben der Abfallbeseitigungsbetrieb des Kreises Lippe und seine Partner ein Projekt verwirklicht, das gleichzeitig die Menge an Sickerwasser aus einer Abfalldeponie reduziert und Solarstrom produziert.

Jede Abfalldeponie benötigt eine gesetzlich vorgeschriebene Abdichtung, um Sickerwasser zu minimieren. Die Abfallbeseitigungs‑GmbH Lippe mit ihren Partnern nun zum zweiten Mal einen zukunftsweisenden Weg eingeschlagen: Die Deponie Hellsiek seit neuestem von einem Sonnenkraftwerk bedeckt.

Die in Detmold realisierte Kombination von einer Deponieabdichtung mit einer Photovoltaikanlage ist modellhaft für Deutschland, auch wenn zu Beginn die Behörden erst einmal überzeugt werden mussten. Mit 37.004 Solarpanelen, 111 Wechselrichtern und 66.000 m² Trapezblech auf vier Hektar Fläche, realisierte die Solar-Firma Goldbeck im Herbst 2016 diese eine technische Herausforderung.

Die erwartete eingespeiste Strommenge berechneten die Ingenieure auf jährlich 8.000 MWh. Die Anlage soll sich nach nur 20 Jahren selbst finanziert haben. Nie zuvor ist außerhalb von Lippe eine Freiflächen-PV-Anlage in Deutschland auf einer nicht endabgedeckten Deponie errichtet worden. „Warum passiert das nicht überall?“, fragt sich nun Berthold Lockstedt, der Geschäftsführer der Abfallbeseitigungs‑GmbH Lippe. Detmold.

EnergieAgentur.NRW / Philipp Kronsbein

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