Wagner Solar insolvent

Wagner-Zentrale in Cölbe.
Wagner-Zentrale in Cölbe.
24.04.2014

Nachdem das Traditionsunternehmen Wagner & Co Solartechnik zum Januar dieses Jahres bereits 90 Mitarbeiter entlassen hat, folgt nun der nächste Paukenschlag. Wagner Solar gehört zu den Pionieren der Solarbranche und wird dieses Jahr 35 Jahre alt. Nach der Entlassungswelle zum Jahresbeginn hatte das Unternehmen noch etwa 150 Mitarbeiter weltweit.

Das Unternehmen ist sowohl in der Photovoltaik- als auch in der Solarthermiebranche aktiv. In der PV-Branche ist Wagner vor allem für seine Montagesysteme bekannt. In der Solarthermie ist das Unternehmen dagegen als Kollektorhersteller bekannt, hat sich aber immer weiter in Richtung Systemanbieter entwickelt.

Für die Entlassungen im Sommer machte der Vorstand damals vor allem das schwache PV-Geschäft verantwortlich. Aber auch die Solarthermie-Sparte ist nicht stark genug, um das Unternehmen allein zu tragen. Zwar hat sich der seit Solarthermie-Markt zu Jahresbeginn leicht erholt, um das Unternehmen zu retten, hat es aber offenbar nicht gereicht. „Leider hat sich der Markt für Solarstrom- und –heizsysteme in den vergangenen Monaten nicht so positiv entwickelt, wie wir dies in unserem Sanierungskonzept angenommen hatten,“ erklärt die Geschäftsführung den Schritt. Dafür sei auch die tiefe Verunsicherung des Marktes durch die politischen Rahmenbedingungen verantwortlich.

Insolvenzverwalter Jan Plathner war bereits vor Ort, um erste Gespräche zu führen und sich ein Bild von der wirtschaftlichen Lage zu machen. Er erklärte: „Die Rahmenbedingungen für eine dauerhafte Betriebsfortführung sind äußerst schwierig. Aber mit Blick auf die Produktpalette und die in der Vergangenheit bewiesene Leistungsfähigkeit von Wagner Solar gibt es auch gute Argumente, mit denen wir Geldgeber und potenzielle Investoren überzeugen können.“

"Ein Insolvenzverwalter hat in der gegenwärtigen Situation bessere Möglichkeiten, unser Unternehmen finanziell und strukturell neu aufzustellen als die Geschäftsführung allein. Wir sind zuversichtlich, mit ihm zusammen und mit Unterstützung unserer Kunden die aktuelle Krisensituation bewältigen zu können“, so Geschäftsführer Andreas Knoch.

Das Unternehmen ist international aufgestellt, aber auch wichtige europäische Auslandsmärkte schwächeln derzeit. Zumindest aber in Großbritannien, in dem Wagner & Co Solartechnik ebenfalls aktiv ist, gab es zuletzt für beide Solartechnologien gute Signale. So startete jüngst eine neue Vergütung für regenerative Wärmetechnologien, die von den dortigen Branchenverbänden sehr positiv aufgenommen wurden. Auch die Vorhersagen für den PV-Zubau zeigen derzeit steil nach oben.

Jan Gesthuizen

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