SMA liefert PV-Leistungsdaten an TenneT

Wieviel Solarstrom kommt ins Netz? TenneT wird mit Hilfe von Anlagendaten künftig regionale Prognosen erstellen. (Foto: dpa)
Wieviel Solarstrom kommt ins Netz? TenneT wird mit Hilfe von Anlagendaten künftig regionale Prognosen erstellen. (Foto: dpa)
11.02.2016

Netzintegration ist auch eine Frage der Datenlage: Wie viel Strom werden die PV-Erzeuger in einer Region in den nächsten Stunden und Tagen liefern? SMA und der Übertragungsnetzbetreiber TenneT haben einen Vertrag über die Lieferung aktueller PV-Leistungsdaten geschlossen. Sie sollen Hochrechnungen und Prognosen zur Einspeisung verbessern.

Auf Basis der von SMA gelieferten Daten könne TenneT die Menge des tatsächlich eingespeisten Solarstroms in der betreuten Regelzone zeit- und realitätsnäher hochrechnen, betonen die Unternehmen. In Kombination mit den Wetterdaten ergäben sich für die jeweils nächsten Stunden und Tage Prognosen von höherer Genauigkeit. Der wachsende, aber auch schwankende Anteil des Solarstroms könne so besser integriert und die Netzführung besser geplant werden. SMA sieht die Kooperation als wichtigen Meilenstein, wie Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon betont: „Die Bereitstellung genauer Erzeuger- und Verbrauchsdaten ist ein wesentliches Element für die dezentrale und erneuerbare Energieversorgung der Zukunft. Sie gewährleistet in diesem System eine jederzeit sichere, zuverlässige und kostengünstige Stromversorgung.“ Urban Keussen, Vorsitzender der Geschäftsführung der TenneT TSO GmbH, ergänzt: „Die Kooperation von TenneT und SMA ist die erste ihrer Art in Deutschland. Erstmals erhält ein Übertragungsnetzbetreiber direkt Daten zur Solarstrom-Erzeugung.“

40.000 PV-Anlagen in der Regelzone

SMA kann für die TenneT-Regelzone Daten aus über 40.000 PV-Anlagen bündeln, die mit Wechselrichtern des Herstellers einspeisen. Die nach Postleitzahlgebieten aggregierten Daten ließen keine Rückschlüsse auf die Werte einzelner Anlagen zu, betont SMA. Der Bedarf an einer präzisen Einschätzung der solaren Einspeisung wächst mit dem Bestand der Anlagen und insbesondere mit der regionalen Ballung. Die TenneT-Regelzone umfasst mit Bayern ein Bundesland mit sehr hoher PV-Erzeugung. Mit den Daten aus den SMA Energy Services wird der Netzbetreiber gebietsbezogene Hochrechnungen und Prognosen der Solarleistung erstellen. Ziel sind eine Reduzierung des Regelenergiebedarfs und ein optimiertes Engpassmanagement.

Ralf Ossenbrink

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