Solarenergie für 500 Schulen in Afrika und Zentralamerika

Auch in den Abendstunden noch für die Schule lernen? Mit Strom wesentlich einfacher. (Ein Junge beim Unterricht in einer Grundschule in Kasarani, Nairobi. Symbolfoto: dpa)
Auch in den Abendstunden noch für die Schule lernen? Mit Strom wesentlich einfacher. Ein Junge beim Unterricht in einer Grundschule in Kasarani, Nairobi. (Symbolfoto: dpa)
14.08.2015

Die GivePower Foundation hat 500 Schulen in Entwicklungsländern Photovoltaik- und Beleuchtungssyteme gespendet und möchte vor Ende des Jahres 2015 weitere 1.000 Schulen mit solarer Beleuchtung ausstatten. Bisher wurde die Stiftung von SolarCity finanziert, nun akzeptiert sie öffentliche Spenden und hat bereits eine erste Spende über 500.000 US-$ von der Bank of America Foundation erhalten.

Die GivePower Foundation ist eine non-profit Organisation, die solarbetriebene Beleuchtung an Schulen in Entwicklungsländern spendet. Diese Woche hat die Organisation den Status eines öffentlichen Hilfswerks in den USA („public charity“) erhalten. GivePower spendet Photovoltaik-Module, Batterien und Leuchtmittel an Schulen, damit dort auch abends und frühmorgens unterrichtet werden kann. Dank Solarstrom könnten die Schulen so auch Computer einsetzen.

Außerdem können die Solarmodule tagsüber kleine Elektrogeräte betreiben oder aufladen, was besonders im Fall von Handys und Smartphones Kleinunternehmern im Ort helfen soll. Neben dem Photovoltaik-System selbst hilft die GivePower Foundation auch dabei Anwohnern die nötigen Fachkenntnisse zu vermitteln, um die PV-Anlagen selbst zu installieren und zu warten.

Eine kleine Spende von 500.000 $

Im Jahr 2014 hat die GivePower Foundation bereits in 511 afrikanischen und zentralamerikanischen Schulen solar betriebene Beleuchtungssysteme installiert. Die Grundidee hinter dem Projekt ist es, dass die Stiftung für jedes Megawatt, das der PV-Experte SolarCity installiert, ein PV-System an eine bedürftige Schule spendet.

Mithilfe der Spende über 500.000 US-$ der Bank of America Charitable Foundation möchte GivePower noch einmal 1.000 Schulen mit Solarenergie versorgen und käme damit bis Ende 2015 auf mehr als 1.500 unterstützte Schulen.

„Bildung ist unerlässlich, um Gemeinschaften zu stärken und für die Anführer von morgen. Wir sind erfreut eine Rolle dabei spielen zu können, dass diese Schulen zum allerersten Mal elektrisches Licht haben“, so Anne Finucane, Vice Chairman und Global Chief Strategy und Marketing Officer der Bank of America.

Der globale Zugang zu Elektrizität: ein Flickwerk

„Wir sind sehr dankbar für die großzügige Spende der Bank of America Charitable Foundation an GivePower“, erklärte Hayes Barnard, Präsident der GivePower Foundation und Chief Revenue Officer bei SolarCity. „Dank dieses Engagements können wir unser Programm ausweiten und noch mehr Beleuchtung an viele bedürftige Schulen und Gemeinden liefern.“

Unter den Regionen, die solare Beleuchtung erhalten werden, sind abgelegene Dörfer in Mali, Nicaragua, Kenia, Haiti, Uganda, Nigeria, Malawi, Nepal und Ghana. Zusätzlich dient die Spende der Bank of America Foundation auch dazu, um das Training und die Forschung und Entwicklung in Gemeinschaften ohne Netzanschluss zu unterstützen.

Nach dem United Nations Human Development report 2014 war die Elektrifizierungsrate (der Anteil von Menschen, die offiziell Zugang zu Strom haben) im Jahr 2010 weltweit betrachtet sehr unterschiedlich. In einigen afrikanischen Ländern lag der Anteil der Bürger, die Zugriff auf Strom hatten weiterhin bei unter 50 % oder sogar niedriger als 20 %. Beispiele dafür sind Kenia mit 18,1 % Elektrifizierungsrate oder Tansania mit einer Quote von nur 14,8 %. Zum Vergleich: Kuba hat eine Elektrifizierungsrate von 97 % und im Libanon haben 99,9 % einen Stromzugang.

Spenden für das Projekt können Sie über die GivePower-Webseite. Sonne Wind & Wärme hat bereits 2014 über ein ähnliches Projekt berichtet, das sich mit solarbetriebenen Lampen in energiearmen Regionen beschäftigt.

Tanja Peschel