Solar-Wachstum auf dem Bundeskanzleramt

Mehr Leistung bringen die erneuerten PV-Anlagen auf den Flachdächern des Bundeskanzleramts (Foto: iStock)
Mehr Leistung bringen die erneuerten PV-Anlagen auf den Flachdächern des Bundeskanzleramts (Foto: iStock)
12.09.2017

Lange Zeit diente eine PV-Anlage auf dem Bundeskanzleramt häufig als attraktives Bildmotiv. Dann geriet sie in den Schatten der Berliner Energiewendepolitik und beinah in Vergessenheit. Ein Repowering der Anlage rückt sie wieder in die Öffentlichkeit – auch als Symbol für eine Wende im PV-Markt?

Die 2001 in Betrieb genommene PV-Anlage – Hausherr war damals Gerhard Schröder – wurde nun im Zuge einer Sanierung grundlegend erneuert und vergrößert. „Durch die Verwendung moderner, leistungsstärkerer Module und durch Optimierungen im Aufbau haben wir die Leistung der Anlage deutlich gesteigert“, berichtet Stephan Riedel, Geschäftsführer der MR SunStrom GmbH, die das Projekt umgesetzt hat. Der Dresdner PV-Spezialist arbeitet eng mit der Naturstrom AG zusammen, die an SunStrom beteiligt ist. Beide Partner entwickeln ein Konzept die Sanierung und den kostengünstigen Weiterbetrieb alter Photovoltaikanlagen.

Als Referenzprojekt kann nun die Solaranlage auf den Flachdächern des Bundeskanzleramtes dienen: „Mit Blick auf die markante Gebäudearchitektur liegen die Module waagerecht“, erläutert Stephan Riedel. Im Zuge der umfassenden Erneuerung hat SunStrom die Leistung von 150 kWp auf 200 kWp erhöht. 756 Module kamen dabei zum Einsatz, die wie auch die Wechselrichter von einem deutschen Hersteller stammen.“ Die Anlage speist bereits seit Kurzem ein. Gegenüber der alten Anlage liefern die neuen Module auf gleicher Fläche ein Drittel mehr Ertrag, der teils zur direkten Versorgung des Gebäudes dient.

„Die Erneuerung der Anlage auf dem Bundeskanzleramt ist Vorbote einer Entwicklung, die in wenigen Jahren das Tempo der Energiewende spürbar beeinflussen wird“, erklärt Dr. Thomas E. Banning, Vorstandsvorsitzender der Naturstrom AG. „Von Neujahr 2021 an wird jedes Jahr für viele tausende Solar- und Windenergieanlagen die EEG-Vergütung auslaufen. Deren Betreiber müssen rechtzeitig überlegen, ob sich der Weiterbetrieb oder eine Neuinvestition lohnt. Und vor allem, wie Sie den produzierten Strom selber nutzen oder vermarkten wollen.“ Mit der Beteiligung am Servicespezialisten SunStrom habe sich die Naturstrom AG daher frühzeitig als Ansprechpartner für Betreiber älterer PV-Kraftwerke positioniert.

Ralf Ossenbrink / Naturstrom AG

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