Photovoltaikzubau zum vierten Mal unter Zielwert

Auch 2017 blieb der PV-Ausbau deutlich hinter der Zielgröße der Bundesregierung zurück. (Foto: iStock)
Auch 2017 blieb der PV-Ausbau deutlich hinter der Zielgröße der Bundesregierung zurück. (Foto: iStock)
08.01.2018

Das Ausbauziel der Bundesregierung für Solarenergie wurde auch im Jahr 2017 nicht erreicht. Der Zubau bei Photovoltaikanlagen blieb das vierte Jahr in Folge unter dem Zielwert. Gleichzeitig war die Zahl neuer Solarheizungen erneut rückläufig.

Zwar zog die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen in Deutschland 2017 nach Jahren erstmals wieder an, das nationale Ausbauziel von 2,5 GW wurde aber 2017 erneut deutlich verfehlt – zum vierten Mal in Folge. Bis Ende November 2017 registrierte die Bundesnetzagentur lediglich neue Solarstromanlagen mit einer Leistung von rund 1,6 GW. Für das Gesamtjahr 2017 erwartet der BSW-Solar daher lediglich Neuanlagen in der Größenordnung von 1,7 bis 1,8 GW. Damit würde der Ausbau der Photovoltaik 2017 weiterhin mehr als ein Viertel unter dem Zielwert liegen.

Auch die Errichtung von solaren Heizungsanlagen war im vergangenen Jahr erneut rückläufig.

BSW-Solar fordert beschleunigten Ausbau von Solarenergie

Der Bundesverband Solarwirtschaft fordert von der nächsten Bundesregierung daher eine deutliche Beschleunigung des Solarenergie-Ausbaus. Den Sondierungsteams von Union und SPD empfiehlt die Interessenvereinigung der Solar- und Speicherbranche die Verständigung auf ein Sofortprogramm zur Dekarbonisierung und Solarisierung der Strom-, Wärme- und Mobilitätsversorgung. Von zentraler Bedeutung für den Erfolg der Energiewende sei die Herstellung fairer Marktbedingungen durch Einführung einer wirksamen CO2-Bepreisung sowie die Beseitigung bestehender Marktbarrieren und Ausbaudeckel für die Solar- und Speichertechnik.

„Unser Energiesystem ist für eine deutliche Beschleunigung des Solarenergie-Ausbaus bereit. Solar- und Speichertechnologie sind inzwischen preiswert und in der Lage, deutlich mehr Verantwortung zu übernehmen. Es ist höchste Zeit, bestehende Bremsen zu lösen“, meint Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar. „Es gibt keinen Grund mehr, die Solarenergie länger zu deckeln: Aufgrund des Preisverfalls haben die im EEG gewährten Marktprämien für die Errichtung neuer PV-Systeme keinen nennenswerten Einfluss mehr auf den Strompreis. Mit Erzeugungskosten von rund fünf Cent ist neu errichtete Solartechnik im Kraftwerksmaßstab inzwischen auch in Deutschland eine der günstigsten Arten der Energieerzeugung geworden. Dazu tragen zunehmend auch Solarstromspeicher bei, deren Preise sich innerhalb der letzten vier Jahre halbiert haben. Sie reduzieren den mit der Energiewende verbundenen Netzausbaubedarf merklich“, so Körnig. Der Bundesverband Solarwirtschaft empfiehlt der Politik, das jährliche PV-Ausbauziel in Deutschland auf eine Größenordnung von rund 10 GW anzuheben. Dazu empfiehlt der Bundesverband Solarwirtschaft der Politikunter anderem, das Auktionsvolumen ebenerdig errichteter Solarparks von derzeit 600 MW im Jahr auf mindestens 3.000 MW zu verfünffachen. Der BSW fordert zudem eine Abschaffung bestehender Ausbaudeckel im PV-Gebäudesektor, die sich zunehmend als Investitionsbremsen erweisen. Überfällig sei auch der Abbau bürokratischer Barrieren und finanzieller Belastungen für die verbrauchsnahe Eigen- oder Direktversorgung gewerblicher und privater Verbraucher mit Solarstrom. Der energiepolitische Erfolg einer neuen Bundesregierung werde aber auch daran gemessen werden, ob die Energiewende endlich auch im Bereich der Raum-, Prozess- und Fernwärme ankomme.

Volker Buddensiek / BSW-Solar

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