Photovoltaik-Ausschreibung: Vergütung sinkt auf 5,66 Cent

Solarparks in Bayern legen dank Länderöffnungsklausel stark zu (Foto: iStock)
Solarparks in Bayern legen dank Länderöffnungsklausel stark zu (Foto: iStock)
14.06.2017

Die Bundesnetzagentur hat im Rahmen der Ausschreibung für Solaranlagen heute 32 Gebote mit einem Gebotsumfang von 201 MW bezuschlagt. Während bei der letzten Ausschreibungsrunde das niedrigste Angebot noch bei 6,00 ct/kWh lag, betrug der höchste Zuschlagswert der Juni-Ausschreibung nur 5,9 ct/kWh, der Durchschnittswert bei 5,66 ct/kWh. Gegenüber der letzten Ausschreibung entspricht dies einem Preisrückgang von 14 %.

Für die Juni-Ausschreibungsrunde sind 133 Gebote bei der Bundesnetzagentur eingegangen. Davon beziehen sich 52 auf Acker- und Grünflächen in benachteiligten Gebieten. "Die deutliche Zunahme an eingereichten Geboten gegenüber den 76 Geboten der Vorrunde ist damit wahrscheinlich auf die Erweiterung der Flächenkulisse zurückzuführen", sagte Peter Franke, Vizepräsident der Bundesnetzagentur.

Länderöffnungsklausel wirkt

In dieser Runde waren zum ersten Mal seit einem Jahr Gebote auf Acker- und Grünlandflächen in benachteiligten Gebieten in Bayern und Baden-Württemberg zugelassen. Bisher haben auch nur diese beiden Bundesländer eigene Verordnungen auf der Grundlage der im EEG enthaltenen Länderöffnungsklausel verabschiedet. "Die Tatsache, dass Gebote für Projekte auf Acker- und Grünlandflächen in benachteiligten Gebieten abgegeben werden können, hat zu deutlich gesunkenen Zuschlagswerten geführt", sagte Peter Franke, Vizepräsident der Bundesnetzagentur. Der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert sank im Vergleich zur Vorrunde um 0,9 ct/kWh auf 5,66 ct/kWh (Vorrunde 6,58 ct/kWh). "Eine so deutliche Senkung des Preisniveaus hat es seit Beginn der Ausschreibungen noch nicht gegeben und ist ein deutliches Zeichen für den durch die Erweiterung der Flächenkulisse gewachsenen Wettbewerb", ergänzte Franke.

Insgesamt wurden Projekte mit einem Volumen von 646 MW geboten, das Ausschreibungsvolumen von 200 MW war damit erneut mehrfach überzeichnet. Von den Geboten, die einen Zuschlag erhalten haben, bezogen sich 19 in einem Umfang von 124 M auf Acker- und Grünlandflächen in benachteiligten Gebieten.18 dieser Gebote beziehen sich auf Projekte in Bayern, nur eines auf ein Projekt in Baden-Württemberg. Das Kontingent für solche Projekte in diesen Bundesländern ist für dieses Jahr noch nicht ausgeschöpft.

Die Zuschläge wurden heute auf der Internetseite der Bundesnetzagentur bekannt gemacht.

Konkurrenzfähig zu neuen Kohlemeilern

Zu den Ausschreibungsergebnissen erklärte Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar): „Das jüngste Auktionsergebnis ist ein weiterer Beleg für das ausgezeichnete Preis-Leistungs-Verhältnis der Photovoltaik. Es gibt keinen Grund mehr, den Photovoltaik-Ausbau weiter zu deckeln.“ Im Kraftwerksmaßstab erzeugter Solarstrom hat inzwischen in Deutschland die Erzeugungskosten von Strom aus neu errichteten fossil befeuerten Kraftwerken unterschritten. Vor diesem Hintergrund erneuerte der BSW seine Forderung an die Bundesregierung, das Volumen künftiger Auktionen deutlich zu vergrößern. Körnig: „Die Ausbaubremsen für die Solarenergie müssen jetzt gelöst werden. Wir brauchen deutlich mehr Solarstrom, wenn wir die Klimaschutzziele noch erreichen und den wachsenden Ökoenergiebedarf im Strom -, Mobilitäts- und Wärmesektor effizient und verbrauchsnah decken wollen.“ Die Ergebnisse der jüngsten Auktionsrunde belegen, dass eine weitere Kostensenkung von Solarstrom möglich ist, wenn gleichzeitig die Standortbeschränkungen für neue Solarparks weiter gelockert werden.

Photovoltaik deckt in Deutschland inzwischen rund 7 % des Strombedarfs. Nach Einschätzung von Wissenschaftlern am Fraunhofer IWES sollte die installierte Solarstromleistung in Deutschland von derzeit rund 42 GW auf über 300 GW im Jahr 2050 ausgebaut werden.

Volker Buddensiek / Bundesnetzagentur /
BSW-Solar

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