Photovoltaik-Anlagen erst im Januar in Betrieb nehmen

Die Photovoltaik-Anlage erst 2016 in Betrieb zu nehmen, kann sich lohnen. (Foto: dpa picture alliance)
Die Photovoltaik-Anlage erst 2016 in Betrieb zu nehmen, kann sich lohnen. (Foto: dpa picture alliance)
16.12.2015

Der Verein Sonnenkraft Freising e. V. empfiehlt allen, die eine neue Photovoltaik-Anlage errichten oder gerade errichtet haben, ihre Anlage nicht mehr im Dezember in Betrieb zu nehmen, sondern die Module noch nicht mit dem Wechselrichter zu verbinden und die Inbetriebnahme auf Januar 2016 zu verschieben.

Hintergrund für diese spätere Inbetriebnahme der Anlage ist, dass das EEG für den ins öffentliche Stromnetz eingespeisten Solarstrom die Vergütung über einen Zeitraum von 20 Jahren zuzüglich dem Jahr der Inbetriebnahme garantiert. Wer also die Inbetriebnahme über den Jahreswechsel hinaus verschiebt, kann 20 Jahre plus den Rest des Jahres 2016 mit einer Vergütung rechnen. Bei einer Inbetriebnahme noch 2015 würde dieser zusätzliche Zeitraum auf die letzten Tage des Jahres zusammenschrumpfen. Gleichzeitig brauchen Betreiber keine Degression der Vergütung über den Jahreswechsel befürchten, da der Zubau an Photovoltaik aktuell so gering ist, dass der Einspeisetarif für Solarstrom auch im Januar 2016 für Anlagen bis 10 kW konstant bei 12,31 Ct/kWh bleibt.

Um sich diesen Vorteil zu sichern, empfiehlt Sonnekraft Freising, die Photovoltaik-Module noch nicht an die Wechselrichter anzuschließen. Für eine typische PV-Anlage mit 6 kWp auf einem Einfamilienhaus beträgt der Vergütungsvorteil für den Betreiber mehrere hundert Euro. Der wirtschaftliche Vorteil der verzögerten Inbetriebnahme kann leicht mit dem Wirtschaftlichkeitsberechnungstool „PV ohne Finanzamt“ nachgeprüft werden, das beim Verein Sonnenkraft Freising gegen eine Schutzgebühr von 10 € erhältlich ist.

Allerdings weist der Verein auch darauf hin, dass sich der wesentliche finanzielle Vorteil von Photovoltaik-Anlagen auch bei im Jahr 2016 errichteten Anlagen nicht in erster Linie aus der EEG-Vergütung für den ins Netz eingespeisten Solarstrom ergibt. Einen größeren Vorteil für den Betreiber bringen vielmehr Einsparungen bei den privaten Stromkosten. Solarstrom auf dem eigenen Dach kann (mit anlagenspezifischen Abweichungen) für rund 13 Ct/kWh hergestellt werden; die Kosten für Strombezug vom Energieversorger schlagen dagegen mit rund 21 Ct/kWp zu Buche – mit steigender Tendenz.

Volker Buddensiek

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