Neue PV-Qualitätsstandards für Modulhersteller

Ein neuer internationaler Qualitätsstandard für die Herstellung von Photovoltaik-Modulen steht bevor. (Foto: NREL)
Ein neuer internationaler Qualitätsstandard für die Herstellung von Photovoltaik-Modulen steht bevor. (Foto: NREL)
22.02.2016

Forscher beim National Renewable Energy Laboratory (NREL) des US Department of Energy haben ein fünfjähriges Projekt abgeschlossen, das dazu beitragen soll, einen internationalen Qualitätsstandard zur Fertigung von Photovoltaik-Modulen zu schaffen. PV-Hersteller werden den neuen Standard nutzen, um das Vertrauen von Verbrauchern, Energieversorgern und Investoren in die Sicherheit und Zuverlässigkeit von Solarmodulen zu steigern und damit wiederum die Kosten zur Finanzierung von Solar-Projekten zu senken. 

Der neue Standard ergänzt die bestehende ISO-9001 und wurde gemeinsam von der Internationalen Elektrotechnischen Kommission (IEC) und der International PV Quality Assurance Task Force (PVQAT) entwickelt. Diese Arbeitsgruppe wurde im Jahr 2011 gegründet, um durch die Ausarbeitung erster Entwürfe und die Koordinierung von Forschungsarbeiten die Entwicklung von Normen des IEC zu beschleunigen und eine technische Basis für neue Standards zu schaffen. Der neue Standard ist unter dem Titel "Terrestrial Photovoltaic (PV) Modules - Guidelines for increased confidence in PV module design qualification and type approval" (Terrestrische Photovoltaik-Module (PV) - Leitlinien für ein größeres Vertrauen in Design, Qualifizierung und Bauart-Zulassung von PV-Modulen) erscheinen. https://webstore.iec.ch/publication/24096

Die PV-Industrie hat im Laufe der letzten beiden Jahrzehnte ein Wachstum um den Faktor 500 erlebt. Nachdem Kunden weltweit mittlerweile jährlich etwa $ 100 Milliarden in die PV investieren, ist die internationale Solarindustrie daran interessiert, die Qualität dieser Investitionen aufrecht zu erhalten. Zu diesem Zweck treibt das NREL zusammen mit anderen internationalen Gruppen die PVQAT voran, um Richtlinien zu schaffen, die folgende Themen abdecken:

- Wie können PV-Module getestet werden, um eine ausreichende Haltbarkeit für die gewählte Klimazone und Montagekonfiguration sicherzustellen?

- Wie kann langfristig die Herstellung eines langlebigen Designs sichergestellt werden (Thema der IEC 62941)?

- Wie kann die uneingeschränkte Funktionstüchtigkeit des endgültigen Systems gewährleistet werden?

Ein technischer Bericht unter dem Titel "Aktualisierter Vorschlag eines Leitfadens für Qualitätsmanagementsysteme zur PV-Herstellung: Zusätzliche Anforderungen an ISO 9001-2008" steht hier zum Download bereit:http://www.nrel.gov/docs/fy15osti/63742.pdf.

Die Bemühungen der PVQAT erfolgen in enger Koordination mit der IEC, die wiederum im Rahmen eines formalen Prozesses die endgültigen Dokumente ausarbeitet und definiert. Die neuen Standards definieren die folgenden Anforderungen für Hersteller:

- Berücksichtigung potenzieller Fehlerzustände und Ergreifung von Maßnahmen, die diese sowohl bei der Konstruktion, Produktion und Anwendung als auch dem Lieferprozess berücksichtigen.

- Erhalt einer IEC-Zertifizierung und Einführung laufender Zuverlässigkeitstests zur Überwachung der Leistung der PV-Module.

- Verbesserung der Produktrückverfolgung bei Rückrufen und Gewährleistungsansprüchen über die gesamte Lieferkette hinweg.

Pass-Fail-Anforderungen, eine Checkliste und Hinweise zur Durchführung von Fabrik-Audits wurden bereits ausgearbeitet und befinden sich im Prozess der Einführung, um die konsequente Umsetzung der neuen Standards sicherzustellen, die als IEC 62941 bekannt sind.

Volker Buddensiek / NREL

 

 

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