Größte schwimmende Photovoltaik-Anlage in Deutschland

Der Baggersee Maiwald erhält die größte schwimmende PV-Anlage Deutschlands. Hier zu sehen sind 25 % der gesamten Anlage (Bild: Erdgas Südwest GmbH)
Der Baggersee Maiwald erhält die größte schwimmende PV-Anlage Deutschlands. Hier zu sehen sind 25 % der gesamten Anlage (Bild: Erdgas Südwest GmbH)
10.04.2019
Auf dem Baggersee Maiwald in der Gemeinde Renchen bei Achern entsteht derzeit die größte Photovoltaik-Anlage auf einem Baggersee in Deutschland. Nur zwei Prozent der Seefläche werden von den Modulen bedeckt und doch liefert die Anlage rund 800.000 kWh grünen Strom pro Jahr. „Gemeinsam mit Erdgas Südwest entstand die Idee des klimaneutralen Kiesabbaus. Die großen Geräte wie Bagger, Brecher und Förderbänder verbrauchen viel Strom. Diesen erzeuge ich nun selbst und umweltfreundlich“, fasst Kieswerksbetreiber Armin Ossola den Start der Kooperation zusammen. Der grüne PV-Strom wird also vor Ort produziert und zu zwei Dritteln direkt dort wieder verbraucht. Zusätzlich spart er durch den Umstieg rund 560.000 kg CO2 pro Jahr ein. 
 
Die Anlage von Armin Ossola soll für Erdgas Südwest nicht die letzte gewesen sein. Im Fokus stehen weitere Baggerseen, allerdings nur die, die noch im Betrieb sind. „Im Gegensatz zu Freiflächenanlagen konkurrieren die Anlagen auf einem Baggersee mit keiner anderen Nutzung. Außerdem passen Produktion und Verbrauch des Stroms zeitlich perfekt zusammen“, erklärt Ralf Biehl, Geschäftsführer von Erdgas Südwest. Durch die Kühlung des Wassers sei im Vergleich zu Freiflächen- oder Dachanlagen sogar ein Mehrertrag von rund zehn Prozent zu erwarten.
 
In den letzten Jahrzehnten sind entlang der Rheinschiene viele solcher Baggerseen entstanden, da der Bedarf an Baustoffen wie Sand und Kies enorm gestiegen ist und nach wie vor wächst. „Die Kieswerke benötigen viel Energie. Diese regenerativ zu erzeugen und keine zusätzlichen Flächen zu benötigen, das sollte ein wichtiger Beitrag der Branche zum Klimaschutz sein“, ist Thomas Beißwenger, Hauptgeschäftsführer des Industrieverbands Steine und Erden Baden-Württemberg e.V. (ISTE), überzeugt. Nun gilt es, dieses Flächenpotential zu nutzen und somit die regionale Energiewende weiter voran zu bringen.