Gemischte Bilanz

Schlussspurt: Nach der Delle im Sommer zog die Nachfrage zum Jahresende hin bei vielen Photovoltaik-Großhändlern wieder an, hohe Lagerbestände wurden abgebaut.
Foto: Wagner & Co Solartechnik GmbH
Schlussspurt: Nach der Delle im Sommer zog die Nachfrage zum Jahresende hin bei vielen Photovoltaik-Großhändlern wieder an, hohe Lagerbestände wurden abgebaut. Foto: Wagner & Co Solartechnik GmbH

Man hätte den Markteinbruch vermeiden können, glaubt Günter Haug. Bereits auf der Fachmesse Intersolar Ende Juni in Freiburg habe es Hinweise darauf gegeben, dass die Nachfrage nach Solarstromanlagen zurückgeht. »Hätte man die ersten Signale aus dem Markt ernst genommen und mit Preissenkungen nachgezogen, dann wäre die Diskussion nicht so aufgekommen«, sagt der Geschäftsführer des Systemanbieters MHH Solartechnik in Tübingen. Es habe bis Anfang Oktober gedauert, bis die ersten Preise offiziell gesenkt wurden.
Weil einige Silizium-, Wafer- und Zellenhersteller ausreizten, was der Markt hergab, waren auch die Moduleinkaufspreise für Großhändler auf über 3,60 €/Wp gestiegen. »Das war im Sommer unerträglich, was Q-Cells gemacht hat und die Modulhersteller machen mussten, wie sie glaubhaft versichert haben«, sagt Ferdinand Bauer, Inhaber der Firma Bauer Energietechnik in Ingolstadt. Er verlegte sich deshalb mehr aufs Projektgeschäft und reduzierte 2006 den Anteil des Großhandels am Absatz von 50 auf 15 %. »Die Preisgestaltung ließ kaum noch Großhandel zu«, erklärt Bauer. Das beste Angebot, das er für 2007 erhalten hat, liegt inzwischen bei 3,20 €/Wp. Bauer reicht das nicht: »Das ist nicht das, was wir 2007 brauchen. Da muss eine Zwei vor das Komma.« Thomas Hoffmann, Vorstand des Dresdener Projektierers SBW Sachsen Solar, sieht das genauso: »Im Großhandelsbereich muss die Entwicklung unter 3 € gehen.«