Fraunhofer ISE legt Grundstein für Solarzellen-Labor

Visualisierung des »Zentrums für höchsteffiziente Solarzellen« in der Berliner Allee auf dem Campus des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE. (Foto: Fraunhofer ISE)
Visualisierung des »Zentrums für höchsteffiziente Solarzellen« in der Berliner Allee auf dem Campus des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE. (Foto: Fraunhofer ISE)
05.10.2017

Das Freiburger Forschungsinstitut Fraunhofer ISE bekommt ein neues Gebäude mit einer an aktuelle technologische Herausforderungen angepassten Reinraum-Ausstattung. Der Grundstein für das »Zentrum für höchsteffiziente Solarzellen« wurde am 4. Oktober gelegt.

Mit der Finanzierung des neuen ISE-Labors unterstreichen der Bund und das Land Baden-Württemberg die Bedeutung der Photovoltaikforschung in Deutschland, die wesentlich zur Kostensenkung bei Zellen und Modulen und zur Marktfähigkeit der Solarstromerzeugung beigetragen hat. Dennoch, so betont das Fraunhofer ISE, sei das Potenzial der Photovoltaik lange noch nicht ausgeschöpft. Forschung und Industrie arbeiteten intensiv an der weiteren Effizienzsteigerung und Kostenreduktion für Solarzellen, auch Aspekte der Nachhaltigkeit bei den Fertigungsverfahren würden dabei adressiert.

Das Fraunhofer ISE hat in letzter Zeit mehrere Rekordwerte für Solarzellenwirkungsgrade erzielt und vermeldet, so den Weltrekord für multikristalline Siliziumsolarzellen mit 22,3 % oder einen Effizienzwert von 25,8 % für eine monokristalline Zelle auf Basis der TOPCon Technologie. Gar 31,3 % wurden bei einer Tandemsolarzelle gemessen. Das Institut verweist zudem auf den absoluten internationalen Wirkungsgradrekord von 46,1 % mit III-V-Konzentrator-Mehrfachzellen.

Infrastruktur anpassen

Das neue »Zentrum für höchsteffiziente Solarzellen« soll weitere Erfolge auf diesem Pfad ermöglichen. Es werde mit seiner Infrastruktur einerseits einen sanierungsbedürftigen Reinraum für die Solarzellenentwicklung ersetzen und soll andererseits perfekt vorbereitet sein für die kommenden Solarzellengenerationen. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit dieser neuen Reinraum-Ausstattung die Infrastruktur für die Photovoltaik-Forschung an die neuen technologischen Herausforderungen anpassen können“, sagt Institutsleiter Andreas Bett: „Unser Dank gilt dem Bundesforschungsministerium BMBF sowie dem Land Baden-Württemberg für die Finanzierung des neuen Laborgebäudes. Damit wird auch der bedeutenden Rolle der deutschen Forschungsaktivitäten auf dem Gebiet der Photovoltaik Ausdruck verliehen.“  Hans-Martin Henning, ebenfalls Institutsleiter in der neuen Doppelspitze des Fraunhofer ISE, betont die Rolle der Photovoltaik in einem nachhaltigen Energiesystem: »Die Ergebnisse unserer Energiesystemanalysen mit Blick auf eine kosteneffiziente Umsetzung der Energiewende zeigen deutlich, dass die Photovoltaik zusammen mit der Windenergie die tragenden Säulen unserer künftigen Energieversorgung sein werden.«

Wie Nicole Hoffmeister-Kraut, Baden-Württembergs Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau, betonte, leiste das Fraunhofer ISE mit seiner Arbeit einen „großen Beitrag für die Bezahlbarkeit und das Gelingen der Energiewende“ und habe in der Solar-Forschung und -Branche einen weltweiten Rang und exzellenten Ruf. „Das neue Zentrum für höchsteffiziente Solarzellen ist ein Baustein, um diese Stellung beizubehalten.“ Bund und Land stellen für das Projekt insgesamt 32,6 Mio. € bereit. Das „Zentrum für höchsteffiziente Solarzellen“ in der Berliner Allee in Freiburg soll der Planung nach Ende 2019 fertig sein.

Ralf Ossenbrink / Fraunhofer ISE

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