Förderung für Solarstromspeicher gestrichen

Die KfW-Förderung für Solarstromspeicher läuft aus und es ist unsicher, ob sie verlängert wird. (verwendete Grafiken: Pixabay/geralt)
Die KfW-Förderung für Solarstromspeicher läuft aus und es ist unsicher, ob sie verlängert wird. (verwendete Grafiken: Pixabay/geralt)
06.11.2015

Zum 31. Dezember 2015 läuft die Förderrichtlinie für Solarstromspeicher aus. Wie aus einem aktuellen Schreiben an den Wirtschaftsausschuss des Bundestages hervorgeht, will Bundeswirtschaftminister Sigmar Gabriel das seit 2013 laufende Förderprogramm für Solarstromspeicher nicht verlängern. Der BSW-Solar äußert sich klar gegen diese Entscheidung.

Speicherboom – abgewürgt?

Gerade im letzten Jahr ist die Nachfrage nach Solarstromspeichern angestiegen – vor allem durch die deutlich gesunkenen Preise der Technologie durch technologische Fortschritte und höhere Produktionszahlen. Bis Ende September 2015 sind durch die KfW bereits 14.000 Solarstromspeicher gefördert worden. Durch eine Fortsetzung der Förderung könnte der Einsatz von Speichern und deren technologische Verbesserung noch weiter vorangetrieben werden.

In einer vor kurzem veröffentlichten Studie von Lichtblick und WWF kam heraus, dass rund 30 % der Befragten damit rechnen, dass bis zum Jahr 2030 ein Solarstromspeicher in ihrem Haus installiert werden wird. Daher forderten die beiden Unternehmen bereits, diese Bereitschaft der Bürger zur Investition in die Energiewende auch politisch in die richtigen Bahnen zu lenken. Die Abschaffung der Speicherförderung signalisiert nun genau das Gegenteil.

BSW-Solar setzt sich für Förderverlängerung ein

In einer Stellungnahme des Bundesverbands Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar) erklärt Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig: „Wir sind enttäuscht und ohne Verständnis für diese Entscheidung. Der weitere Erfolg der Energiewende ist auf den Ausbau von Speichern dringend angewiesen. Sie sind ein Herzstück der Energiewende.“ Der Zusammenschluss führender Speicher- und Solaranbieter ruft die Abgeordneten des Bundestags dazu auf, sich für eine einmalige Verlängerung des Speicherförderprogramms um drei Jahre einzusetzen.

Angestoßen durch das vom Bundestag koalitionsübergreifend initiierte und von Bundesumweltminister Peter Altmaier 2013 gestartete Marktanreizprogramm für Solarstromspeicher wurden in den vergangenen drei Jahren in Deutschland ein neuer Industriezweig aufgebaut und technische Maßstäbe gesetzt. Die staatliche Förderung löste das Siebenfache an privaten Investitionen aus und war eine wichtige Stütze des Solarmarkts. Im Zusammenhang mit über 10.000 geförderten Speichersystemen sanken die Preise für Hausspeicher um 25 %, dennoch rechnen sich die Speicher ohne Förderung noch nicht.

„Wir haben mit dem Speicherprogramm erste Etappenziele bei der Kostensenkung erreicht, wir brauchen aber noch zeitlich begrenzte Anreize für den zweiten Teil der Wegstrecke zur Wettbewerbsfähigkeit. Ein Auslaufen des Programms zum jetzigen Zeitpunkt kann die Markteinführung von Speichern um entscheidende Jahre zurückwerfen, die Energiewende insgesamt und Deutschlands Systemführerschaft auf einem der größten Zukunftsmärkte gefährden. Die bei der Photovoltaik gemachten Fehler dürfen sich hier nicht wiederholen! Das vom Bundestag vorgegebene Ziel, Solarstromspeicher in den Markt einzuführen, dürfte durch einen vorzeitigen Programmstopp deutlich verfehlt werden“, erklärt Körnig.

Auch Regierungsgutachter für eine Fortsetzung des Programms

Auch die Regierungsgutachter der RWTH Aachen hatten sich zuvor klar für eine Fortsetzung und sogar für eine Erweiterung des Förderprogramms für stationäre Solarstromspeicher ausgesprochen. Diese sei auch notwendig, um noch anspruchsvollere technische Standards bei der weiteren Markteinführung von Speichern zu setzen, eine optimale Integration ins Energiesystem zu sichern und auch im Falle verzögerten Netzausbaus mit Hilfe von Speichern die Energiewende nicht zu gefährden. Auch die Berliner Denkfabrik Agora Energiewende attestierte den Solarstromspeichern jüngst einen wichtigen Beitrag, um den weiteren Zubau Erneuerbarer Energien für die Energiewende zu ermöglichen.

Die Fortsetzung des Förderprogramms für Batteriespeicher würde den Steuerzahler jährlich rund 25 Millionen Euro kosten.

BSW-Solar/Tanja Peschel

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