Erwartungen für Brasiliens Photovoltaik-Markt steigen

 (Foto: Pixabay/stux)
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09.07.2014

Nach einer aktuellen Analyse von IHS Technology könnte ein ambitionierter Plan Brasiliens die Solarindustrie in Lateinamerika stärken. Das Land plant nämlich bis 2018 PV-Aufträge mit einer Kapazität von insgesamt 3,5 GW auszuschreiben.

Um für den Fall einer plötzlichen Stromknappheit gerüstet zu sein, will die brasilianische Elektrizitätsaufsichtsbehörde (ANEEL) eine Ausschreibung für Reservekapazitäten starten und so mit neuen Stromproduzenten Verträge abschließen.

Die nächste Ausschreibung ist für Oktober 2014 angesetzt. Da es unterschiedliche Kategorien für die verschiedenen Technologien geben wird, müssen Bieter aus dem PV-Sektor nicht gegen andere Bewerber, beispielsweise aus der Wind-Industrie, antreten. Nach Schätzungen des IHS könnte die Kapazität der ausgeschriebenen PV-Projekte zu Beginn bei  500 MW liegen. Das IHS rechnet außerdem damit, dass die Höchstgrenze für Gebote bei einem 20 Jahre gültigen Strombezugsabkommen (Power Purchase Agreement, PPA) bei R$ 250/MWh oder US-$ 112/MWh liegen wird.

„Die Gebote werden stark vom Wettbewerb bestimmt werden“, sagte Josefin Berg, Senior Analyst im Bereich Solar bei IHS. „Wir erwarten, dass die Gebotspreise auf unter R$ 200/MWh fallen werden.“

Aufgrund der Ausschreibungsankündigung hat das IHS seine Installationsprognose für Brasilien erhöht. Sie schätzen nun, dass der Zubau des brasilianischen Solarmarktes von 167 MW im Jahr 2014 bis 2018 auf bis zu 1,023 MW ansteigen wird. 

Die Details finden Sie im “Emerging PV Markets Tracker” Bericht des IHS.

Das IHS schätzt, Brasiliens installierte Photovoltaik-Kapazität könnte bis Ende 2016 von 39 MW auf 1,2 GW ansteigen. Doch obwohl es bereits ein Messverfahren zur Berechnung der Einspeisevergütung gibt, wird der Hauptteil der Neuinstallationen wahrscheinlich von Großprojekten geleistet werden. Das liegt hauptsächlich an der Besteuerung und daran, dass beim Endkunden nicht der gesamte Strompreis ankommt, da dieser durch den Staat für Endkunden subventioniert wurde. Generell sind Brasiliens Strompreise und die Unterstützung für die PV-Neuinstallationen alelrdings von den Wahlen im Oktober 2014 abhängig.

Tanja Peschel / Quelle: IHS

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