EDF will in Frankreich 30 GW Photovoltaik bauen

EDF will 30 GW Photovoltaik bauen - und an AKW festhalten (Foto: iStock)
EDF will 30 GW Photovoltaik bauen - und an AKW festhalten (Foto: iStock)
12.12.2017

Der französische Energiekonzern EDF will massiv in Solarstrom investieren und bis 2030 insgesamt 30 GW Photovoltaikanlagen neu ans Netz bringen.

Damit reagiert EDF offenbar auf die Ankündigung der französischen Regierung, den Anteil der Atomenergie am Strommix von gegenwärtig 75 % auf 50 % im Jahr 2025 zu reduzieren. In diesem Zusammenhang hatte Frankreichs Umweltminister Nicolas Hulot den Konzern kritisiert, keinen Plan für den Umstieg auf erneuerbare Energien zu haben. Photovoltaik hat gegenwärtig eine Anteil von lediglich 1,6 % am französischen Strommix.

Den "EDF Solar Power Plan" hat der Konzernchef, Jean-Bernard Lévy, zum Wochenanfang vorgestellt und erklärt, das Tochterunternehmen EDF Energies Nouvelles solle die PV-Kapazitäten aufbauen. Mit dieser Ankündigung würde EDF eine installierte PV-Leistung erreichen, die fast 50 % der französischen Atomstrom-Kapazität von heute 63 GW entspricht. Gegenwärtig betreibt EDF Photovoltaikanlagen von weniger als 1 GW installierter Leistung. Von 2020 bis 2025 sollen jährlich 1,5 GW hinzukommen, 2025-2030 jährlich 2,0 GW und von 2030 bis 2035 jährlich 2,5 GW.

EDF hält an Atomenergie fest

Eine Abkehr des Konzerns von der Atomenergie kündigt sich damit allerdings nicht an. EDF hält an der Entwicklung des EPR-Reaktors ebenso fest wie an einer Nachrüstung seiner 58 Atomreaktoren. EDF ist unter Druck geraten, nachdem die französische Regierung Zwangsabschaltungen von Atomkraftwerken verordnet hatte, die den technischen Anforderungen nicht mehr entsprechen. Beispielsweise musste das Unternehmen das Wiederanfahren von vier Reaktoren seines Kraftwerks Tricastin verschieben. Auch drückt den Konzern eine Schuldenlast in Höhe von 31 Mrd. Euro.

Auch sonst läuft es für EDF zurzeit nicht gut: Nachdem Frankreichs größter Energieversorger im Oktober seine Gewinnprognose für 2017 zurückgenommen hatte, musste er im November auch die Ergebnisziele für 2018 zurück nehmen – und löste damit den größten Kursrutsch der letzten zehn Jahren aus: Die in Paris gelisteten Aktien fielen um 13,7 %.

Volker Buddensiek / EDF

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