PV gewinnt gemeinsame Ausschreibung mit Windenergie an Land

Foto: BNetzA

12.04.2018

Am 12.April erteilte die Bundesnetzagentur die Zuschläge in der gemeinsamen Ausschreibung für Windenergie an Land und Solaranlagen. Alle Zuschläge gingen an PV-Projekte. Der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert beträgt 4,67 €-cent/kWh, 0,34 €-cent/kWh höher als in der letzten reinen Solarausschreibung.

Die kombinierte Ausschreibung von Solar- und Windenergie sollte die beiden Technologien in einen direkten Wettbewerb miteinander stellen. Dabei hatte die Solarenergie dieses Mal die Nase vorn. „Im Wettstreit setzt sich eben die Technologie durch, die zu den geringsten Kosten anbieten kann“, sagte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. „Für das Gelingen der Energiewende ist jedoch ein Mix der verschiedenen Technologien erforderlich“, so Homann weiter.

Insgesamt gingen in dieser Ausschreiungsrunde 54 Gebote ein, 18 davon für Windenergieanlagen an Land. Die Gebote hatten ein Volumen von 395 MW. Anders als in der regulären Ausschreibung wurden die Nachteile von Windenergieanlagen an weniger ertragsstarken Standorten allerdings nach dem Zuschlagsverfahren nicht ausgeglichen.

Die 32 bezuschlagten Gebote bewegen sich im Raum zwischen 3,96 €-cent/kWh und 5,76 €-cent/kWh. Die Leistung der Projekte summiert sich auf 210 MW. M

Als neues Instrument wurden in der Ausschreibung die Verteilernetzausbaugebiete eingeführt. Projekte in Gebieten mit vielen Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energie wurden mit einem Gebotsaufschlag belegt, um dem vergrößerten Verteilnetzausbau Rechnung zu tragen. Zwar teilte die BNetzA mit, die Regelung habe keine erheblichen Auswirkungen gehabt, im weiteren Verlauf hieß es allerdings, dass ohne sie zumindest ein Windprojekt bezuschlagt worden wäre.

Von Seiten der Verbände für Erneuerbare Energien kommt derweil Kritik. Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft e.V. (BSW), Carsten Körnig, bezeichnete das Experiment der gemeinsamen Ausschreibung als gescheitert und erklärt: „Die Auktionsergebnisse belegen das ausgezeichnete Preis-Leistungs-Verhältnis neuer Solarkraftwerke und die Innovationskraft der Solarbranche, nicht aber die Eignung gemeinsamer Ausschreibungen. Erfolgreicher Klimaschutz braucht ein Miteinander und kein Gegeneinander von Solar- und Windenergie sowie verlässliche und ambitionierte Ausbaupfade für beide Technologien.“ Auch Hermann Albers, Präsident des BWE, kritisiert den geschürten Wettbewerb: „Die Bundesregierung hat sich für 2030 ein ambitioniertes Ausbauziel bei den Erneuerbaren Energien gesetzt. Dieses kann nur erreicht werden, wenn sowohl Windenergie, als auch Solarenergie ab sofort deutlich stärker ausgebaut werden. Ein Gegeneinander der beiden wichtigsten Säulen unseres zukünftigen Energiesystems ist ineffizient und nicht zielführend.“

Die nächste Ausschreibung für Windenergie an Land ist am 1. Mai 2018; der nächste Gebotstermin für Solaranlagen ist der 1. Juni 2018.

Die Zuschläge sind auf der Internetseite der Bundesnetzagentur unter folgendem Link www.bundesnetzagentur.de/gema18-1 bekannt gemacht worden. In Kürze werden an dieser Stelle auch weitere Statistiken veröffentlicht.

Philipp Kronsbein / BNetzA / BSW

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