Umfrage: International gibt es eine Mehrheit für Erneuerbare

Der Anteil der Bürger, die eine 100-%-Versorgung mit Erneuerbaren wollen, ist international hoch. (Grafik: Green Energy Barometer)
Der Anteil der Bürger, die eine 100-%-Versorgung mit Erneuerbaren wollen, ist international hoch. (Grafik: Green Energy Barometer)
27.11.2017

Wie steht es um die öffentliche Meinung zur Energiewende? Dieser Frage ist der dänische Energieversorger Ørsted (ehemals Dong Energy) im Rahmen der größten internationalen Studie zur Haltung der Menschen gegenüber der Energiewende nachgegangen. Die gute Nachricht: 82 % der Befragten denken, dass es wichtig ist, die Welt vollständig durch erneuerbare Energien zu versorgen.

Örsted, vielen noch besser bekannt als Dong Energy, will die öffentliche Meinung zur Energiewende besser verstehen. Deswegen hat das dänische Energieversorgungsunternehmen in Zusammenarbeit mit Edelman Intelligence eine internationale Studie durchgeführt und die Stimmungslage der Bevölkerung in 13 Ländern rund um den Globus analysiert. Auf der Suche nach neuen Märkten ist das „Green Energy Barometer“ für den Marktführer im Bereich Offshore-Windenergie ein wichtiger Fingerzeig.

Wenn es nach den Ergebnissen der Studie geht, dann ist China einer der vielversprechendsten neuen Märkte für saubere Energie. Denn in keinem anderen der untersuchten Länder denken so viele Personen (93 %) wie in China, dass es wichtig ist, die Welt vollständig durch erneuerbare Energien zu versorgen. Und in keinem anderen Land wünschen sich so viele Personen, dass ihr Land ambitioniert in Sachen grüner Energie agiert, wie dort (89 %). Bei beiden Aspekten bewegt sich Deutschland laut der Studie im internationalen Vergleich im Mittelfeld (84 bzw. 74 %).

Für das „Green Energy Barometer“ hat Edelman Intelligence insgesamt 26.000 Personen in Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, Großbritannien, Dänemark, Schweden, Polen, Kanada, den USA, China, Japan, Südkorea und Taiwan befragt. In jedem der 13 Länder wurden die Meinungen von mindestens 2.000 Personen eingeholt. Die Datenerhebung fand zwischen dem 28. Juli und dem 1. September statt. Damit sei das „Green Energy Barometer“ laut Ørsted die größte jemals durchgeführte Studie zur öffentlichen Meinung zur Energiewende.

Wie soll die Zukunft aussehen?

Wie aber soll in den Augen der Befragten die Energieversorgung ihres Landes konkret gestaltet werden? Die Antwortet lautet: vor allem mit mehr Solarenergie. 80 % der Befragten wünschen sich, dass ihr Land zukünftig mehr Solarenergie nutzt. Einen Ausbau der Offshore-Windenergie wünschen sich im internationalen Durchschnitt 67 %, knapp gefolgt von einer verstärkten Nutzung von Onshore-Wind (64 %). In Deutschland ist die Stimmung bezüglich aller drei Erzeugungsarten etwas zurückhaltender (Solarenergie: 77 % / Offshore-Windenergie 54 % / Onshore-Windenergie: 48 %).

Gleichzeitig würden in kaum einem der anderen 12 Länder so viele Personen wie in Deutschland die Nutzung von Solar- und Windenergie lieber reduzieren. Bei der Solarenergie sind es immerhin 7 %, bei der Offshore-Windenergie 12 % und bei der Onshore-Windenergie 13 % der befragten Deutschen, die sagen: „Wir sollten weniger davon nutzen“. Die Ablehnung der Windenergie ist in Deutschland damit größer als in allen anderen analysierten Ländern. Daneben hat auch die Bioenergie hierzulande mit Akzeptanzproblemen zu kämpfen. 18 % der befragten Deutschen würden die Nutzung dieser Energie lieber reduzieren.

Einiger ist man sich (auch) in Deutschland beim Thema Kohle – zumindest wenn man die Bevölkerung fragt. 90 % der befragten Deutschen wünschen sich, dass keine Kohle mehr zur Energieerzeugung genutzt wird. Das sind 5 % mehr als der internationale Durchschnitt. In der Verantwortung, CO2-Emissionen zu reduzieren, dem Klimawandel zu begegnen und die Luftverschmutzung zu reduzieren, sehen die Befragten in erster Linie die nationalen Regierungen, gefolgt von den großen Unternehmen. An dritter Stelle folgen Energieversorgungsunternehmen wie Örsted, denen aber immer noch mehr Verantwortung zugewiesen wird als der eigenen Person.

Katharina Garus

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