Schweizer Solarmarkt stagniert

12.01.2018

Der Sonnenenergie-Fachverband Swissolar legt zu Jahresbeginn eine erste Einschätzung zur Marktentwicklung 2017 vor. Photovoltaik stagnierte in der Schweiz aufgrund der unsicheren Rahmenbedingungen. 2018 dürfte sich das bei Photovoltaik ändern. Solarwärme geht weiterhin politisch verschuldet zurück.

Gemessen an der installierten Leistung war Photovoltaik die Energieerzeugungstechnologie, die 2017 weltweit am meisten zugelegt hat. Allein die letztes Jahr neu installierte Leistung von rund 100 GW (33 % mehr als im Vorjahr) könnte mehr als das Doppelte des jährlichen Schweizer Stromverbrauchs decken. Für 2018 rechnet Swissolar mit einem weiteren globalen Marktwachstum von 20 bis 50 %.

In der Schweiz geht der Verband für 2017 laut ersten Hochrechnungen von einem stagnierenden Photovoltaikmarkt aus. Die neu installierte Leistung 2017 dürfte bei 250-270 MW liegen. Damit steigt der Anteil des Solarstroms am Schweizer Stromverbrauch um 0,5 % auf rund 3 % und ist nun nach der Wasserkraft mit Abstand die zweitwichtigste erneuerbare Stromquelle. Für 2018 wird erwartet, dass der Schweizer Markt wieder auf über 300 MW wachsen wird. Grund dafür sind die im Rahmen der Energiestrategie 2050 angepassten Gesetze und Verordnungen. Nun existieren wieder günstige Rahmenbedingungen für den Bau großer Photovoltaikanlagen. Allerdings nur dann, wenn ein wesentlicher Teil des Stroms zeitgleich an Ort und Stelle verbraucht werden kann und wenn Investoren mit den langen Wartefristen für die Auszahlung der Einmalvergütung umgehen können.

Eine ganz andere Entwicklung zeichnet sich bei der Nutzung der Solarwärme ab. Hier rechnet Swissolar für 2017 mit einem weiteren Marktrückgang auf rund 50.000 m2 zusätzlicher Kollektorfläche. Dies entspricht einem Rückgang von 15 % gegenüber dem Vorjahr. Für 2018 ist noch von keiner Belebung des Marktes auszugehen. Für den weiteren Ausbau der Solarwärme ist nun die rasche Umsetzung der neuen koordinierten Energiegesetze in den Kantonen (MuKEn 2014) sehr wichtig. Dieses Regelwerk schafft unter anderem Anreize, bei Heizungssanierungen Sonnenkollektoren zur Warmwasserbereitung einzusetzen. Swissolar appelliert deshalb an die Kantone, ihre Energiegesetze im Rahmen der anstehenden Revisionen zu koordinieren und auf eine erneuerbare Energieversorgung hin auszurichten.

Buddensiek / Swissolar
 

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