Ein Jahr Neuausrichtung beim Sonnenhaus-Institut

 Ein Haus muss zu mindestens 50 % solar beheizt werden, um sich Sonnenhaus nennen zu dürfen. Meistens kommt dafür die Solarthermie zum Einsatz. (Foto: Schlagmann Poroton/ Sonnenhaus-Institut)
Ein Haus muss zu mindestens 50 % solar beheizt werden, um sich Sonnenhaus nennen zu dürfen. Meistens kommt dafür die Solarthermie zum Einsatz. (Foto: Schlagmann Poroton/ Sonnenhaus-Institut)
01.02.2016

2015 war das erste vollständige Kalenderjahr nach der Neuausrichtung des Sonnenhaus-Instituts, das erstmals auch die Kombination Photovoltaik plus Wärmepumpe zuließ. Die meisten Sonnenhäuser werden noch immer mit Solarthermieanlagen beheizt, aber die Photovoltaik findet auch ihren Platz.

Im Jahr 2015 wurden laut dem Sonnenhaus-Institut insgesamt 154 Sonnenhäuser gebaut. Die Solarthermie ist auch weiterhin die am häufigsten verwendete Wärmequelle, aber immerhin neun Häuser (ca. 6 %) sind mit einer großen Photovoltaik-Eigenverbrauchsanlage und zum Teil einer Wärmepumpe ausgestattet. Die Häuser setzen dabei allerdings nicht unbedingt exklusiv auf Photovoltaikmodule.

Solartechnologien arbeiten miteinander

Zum Beispiel hat die KHB Creativ-Wohnbau in Heilbronn ein Sonnenhaus mit Luft-Wasser-Wärmepumpe und 9,4 kW Photovoltaikanlage (ca. 62 m²) errichtet, setzt aber dennoch 15 m² Solarkollektoren ein. Der Solarstrom wird nicht nur für die Wärmepumpe, sondern vor allem auch für den Haushaltsstrom genutzt. Dessen Bedarf deckt die PV-Anlage zu etwa 42 %.

Insgesamt decken Solarthermie und Photovoltaik bei diesem Gebäude 60 % des Heizenergiebedarfs, wobei das Gebäude eine Nutzfläche von 284 m² hat.

Wärmepumpen werden häufig dafür kritisiert, dass sie im Winter bei geringer Sonneneinstrahlung und an windstillen Tagen vor allem fossil erzeugen Strom verheizen. Auch diesem Problem begegnet das Heilbronner Sonnenhaus: Dank eines Scheitholz-Kachelofens kann dann Holz zum Heizen genutzt werden.

Mehrfamilienhäuser-Sonnenhäuser werden wichtiger

Außerdem berichtet das Sonnenhaus-Institut, dass sich der Trend zu Mehrfamilien-Sonnenhäusern weiter verfestigt. Zwar seien 66 % der 2015 beauftragen Sonnenhäuser Einfamilienhäuser, aber immerhin 17 % hätten zwei oder drei Wohneinheiten gehabt, 15 % sogar mehr als drei Wohneinheiten. Die verbleibenden 2 % entfallen auf gewerbliche Gebäude.

Je größer das Gebäude sei, desto höher sei auch die Wirtschaftlichkeit erklärt Sonnenhausinstitut dazu in einer aktuellen Pressemitteilung. Das sei auch einer der Gründe, warum gerade dieser Bereich an Bedeutung gewinne.

Jan Gesthuizen

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