Mittelspannungsrichtlinie - Conergy Zentralwechselrichter mit Einheitenzertifikat

Hamburg - Conergy erlangt als eines der ersten Solarunternehmen fristgerecht das geforderte Einheitenzertifikat für den Betrieb seiner Wechselrichter am Mittelspannungsnetz. Seit dem 1. Oktober 2011 ist diese Zertifizierung nach der Mittelspannungsrichtlinie des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) Voraussetzung für den Netzanschluss von Solaranlagen ab einem Megawatt oder mit einer Entfernung von 2 Kilometern zum Netzanschlusspunkt.

Das Einheitenzertifikat (FGW TR 8*) fasst die bestandene Prüfung und Evaluierung der Anforderungen der Mittelspannungsrichtlinie an das Gerät (FGW TR 3) sowie die Erfüllung der Vorgaben der technischen Richtlinie „Modellierung, Validierung und Simulation" (FGW TR 4**) zusammen. Das typenspezifische Einheitenzertifikat der Erzeugungseinheit (EZE) ist wiederum eine der Grundvoraussetzung für das Anlagenzertifikat (EZA Erzeugungsanlage). Dieses bescheinigt das richtlinienkonforme Verhalten des ganzen Solarsystems beziehungsweise der Summe aller verbauten Komponenten - einschließlich der Anschlussleitungen zum Netzanschlusspunkt.

„Unsere Wechselrichter sind 100% konform mit den Vorgaben der Mittelspannungsrichtlinie und wir konnten als eines der wenigen Solarunternehmen das notwenige Einheitenzertifikat fristgerecht nachweisen", so Jaak Palisaar, Chef des Conergy Produktmanagements. „Das gibt unseren Kunden die notwendige Sicherheit bei der Planung ihrer Anlagen - schließlich sind die Netzbetreiber sonst theoretisch berechtigt, die Anlage vom Netz zu trennen."

Da die Zertifizierungsstellen derzeit überlastet sind, gilt jedoch zunächst noch eine Übergangslösung. Diese soll vor der möglichen Abschaltung der Anlage schützen, sofern ein entsprechender Antrag auf Zertifizierung bereits eingereicht wurde - etwaige rechtliche Folgen können hier allerdings noch nicht vollständig ausgeschlossen werden.

Grund für die neuen Anforderungen der Mittelspannungsrichtlinie ist die Tatsache, dass mit dem steigenden Anteil von Photovoltaik im Energiemix und der Inbetriebnahme von großen Dachflächen- und Freiflächenanlagen, die einen Anschluss an das Mittelspannungsnetz voraussetzen, zunehmend Einfluss auf den Betrieb der Netze genommen wird. Dies bedarf einer zentralen Regelung und Regulierung, weshalb die Mittelspannungsrichtlinie, veröffentlicht wurde. Darin fasst der BDEW die grundlegenden Aspekte zusammen, die für die Planung, Errichtung, den Betrieb und die Änderung von Stromerzeugungsanlagen am Mittelspannungsnetz berücksichtigt werden müssen.

Die Mittelspannungsrichtlinie gilt allerdings nicht für kleine Anlagen privater Hausbesitzer, sondern spielt vielmehr bei neu installierten großen Aufdach- oder Freiflächenanlagen eine Rolle. Auch Altanlagen, die vor dem 1. Juli 2010 ans Netz angeschlossen wurden, fallen unter Bestandsschutz und müssen nicht nachgerüstet werden.