Projekt Esquire entwickelt Quartierspeicher-Modelle

Grafik: Institut für ökologische Wirtschaftsforschung GmbH

Grafik: Institut für ökologische Wirtschaftsforschung GmbH

07.09.2017

Das dreijährige Forschungsprojekt „Energiespeicherdienste für smarte Quartiere (Esquire)“ startet mit der Entwicklung von Dienstleistungen und Geschäftsmodellen für Speicher, die in Wohngebieten von mehreren Haushalten gemeinsam genutzt werden können. Geleitet wird das Projekt vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW).

Die Praxis schafft die Akzeptanz bei Nutzern: So werden die im Projekt entwickelten Dienstleistungen in zwei Quartieren in Groß-Umstadt und Mannheim erprobt – beteiligt sind daran die Praxispartner Evohaus und Entega. Als Projektpartner sind zudem das Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) mit dem Institut für Programmstrukturen und Datenorganisation mit im Boot.

„Städte spielen eine Schlüsselrolle für das Gelingen der Energiewende“, so Projektleiter Bernd Hirschl vom IÖW. „Sie müssen energieeffizienter werden und erneuerbare Energie lokal produzieren und so speichern, dass sie verfügbar ist, wenn die Menschen sie brauchen. Smarte Energiespeicher können dabei behilflich sein. Aktuell sind diese aber noch zu teuer und hohen rechtlichen und regulatorischen Anforderungen ausgesetzt“, so Hirschl.

Die Energiemärkte, betont Hirschl, müssten noch an den Einsatz vieler dezentraler Technologien angepasst werden. Zu gewährleisten sei zudem der Datenschutz und die Datensicherheit bei gleichzeitig hoher technischer Überwachung für einen reibungslosen Ablauf und effiziente Energieverteilung.

Das Projekt zielt auf übertragbare und skalierbare Modelle der Energiespeicherung. Im gesamten Verlauf sollen die Bewohner der Quartiere in die Entwicklung der Geschäftsmodelle eingebunden sein, um ihr Nutzungsverhalten zu berücksichtigen. Auch Netzbetreiber, Quartiersverantwortliche und Bürgerinitiativen sollen einbezogen werden. In der zweiten Projektphase werden Batteriespeicher in den Quartieren eingebaut und die Dienstleistungen einem Praxistest unterzogen.

Weil persönliche Daten für Abrechnungszwecke gespeichert werden oder lokale Energieversorger für die intelligente Steuerung Zugriff auf Nutzungsdaten benötigen, widmen die Beteiligten dem Datenschutz besondere Aufmerksamkeit. So werden etwa Verbrauchsinformationen nicht mit anderen personenbezogenen Daten verknüpft. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in der Fördermaßnahme „Smart Service Stadt: Dienstleistungsinnovationen für die Stadt von Morgen“ gefördert.

Ralf Ossenbrink/IÖW