Wir verheizen unseren Strom

Foto: Jan Gesthuizen
Foto: Jan Gesthuizen

Herd, Spül- und Waschmaschine sind die Haupttäter. Für die häusliche Prozesswärme wenden deutsche Haushalte nach einer aktuellen Studie der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen im Schnitt 28 % ihres Stromverbrauchs auf. Rechnet man noch 14 % für die reguläre Warmwasserbereitung und immer noch 7 bis 8 % für Stromspeicherheizungen hinzu, wird nahezu die Hälfte des Haushaltsstroms in Deutschland in Wärme umgesetzt. Noch nicht separat aufgeführt sind Wärmepumpen, die ja auch Strom zur Wärmeerzeugung nutzen. Auch wenn sie im Neubau sehr hohe Marktanteile haben, schlagen sie sich auf den gesamten Bestand gerechnet kaum nieder.

Mehr als 20 % des Haushaltsstroms werden zudem für Kälteanwendungen ausgegeben. Dies liegt nicht unbedingt daran, dass Klimaanlagen auf dem Vormarsch wären.  Im Bestand laufen noch immer sehr viele alte Kühl- und Gefriergeräte mit einem sehr hohen Stromverbrauch. Unterhaltung und Telekomunikation (18 %) sowie die Beleuchtung (9 %) machen dagegen nur verhältnismäßig kleine Anteile aus.

Erste Lösungen aus der Wärmebranche

Unternehmen aus den erneuerbaren Energien und der Haustechnik haben darauf teilweise schon reagiert. So kooperieren zum Beispiel Solartechnikspezialist Solvis und der Haustechnikkonzern Miele seit geraumer Zeit und haben Waschmaschinen und Wäschetrockner entwickelt, die Solarwärme nutzen können, um den Stromverbrauch zu senken.

Für den Bestand dagegen bietet das Unternehmen Olfs & Ringen das Vorschaltgerät Alfa Mix an. Mit diesem kann statt kaltem, auch warmes Wasser in die Haushaltsgeräte geleitet werden, wodurch der elektrische Heizstab weniger leisten muss. 

Industrie ist Verbraucher Nummer 1

Am Stromverbrauch insgesamt sind die Haushalte allerdings nur mit gut 27 % beteiligt. Mit 26 % ist der Sektor Gewerbe, Handel und Dienstleistungen in etwas gleichstark beteiligt, setzt aber weniger Strom in Wärme um, hier dominiert die Beleuchtung. Größter Verbraucher ist die Industrie, sie kommt auf einen Anteil von 42 %.

Betrachtet man den gesamten Endenergieeinsatz, dominiert hier die Wärmeerzeugung. Hier wird 53 % der Endenergie verbraucht. Den höchsten Einzelanteil haben dabei die Haushalte, die je nach Witterung  etwa 90 % des Wärmeverbrauchs ausmachen.

Jan Gesthuizen

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