Windenergieanlagen: Grenzwerte der TA Lärm werden eingehalten

Schallemissionen verschiedener Alltagssituationen
Schallemissionen verschiedener Alltagssituationen
22.10.2018

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) formuliert in ihrem neuen Bericht »Leitlinien für Umgebungslärm«Empfehlung hinsichtlich der Schall-emissionen verschiedener Alltagssituationen – u. a. auch für die Windenergie. Der Bundesverband Wind Energie (BWE) ordnet diese Empfehlungen in den aktuellen regulatorischen Rahmen in Deutschland ein.

Die WHO empfiehlt in ihrem Bericht, dass Schallemissionen aus Windenergieanlagen (WEA) in der unmittelbaren Nähe von allgemeinen Wohngebieten tagsüber einen Wert von 45 dB(A) nicht überschreiten sollte, um negativen gesundheitlichen Auswirkungen vorzubeugen. Für den Betrieb von WEA bei Nacht erteilt die WHO keine explizite Empfehlung.

»In Deutschland sind die Schallemissionen von WEA bereits heute ein wichtiger Bestandteil der Immissionsrechtlichen Prüfung. Die strengen Vorgaben aus dem Bundesimmissionsschutzgesetz sind für WEA genauso wie für andere Gewerbeanlagen in der TA Lärm spezifiziert. Sie sind essenzielle Grundlage für die Erteilung von Genehmigungen. In Teilen gehen die aktuellen Richtlinien der TA Lärm deutlich über die Empfehlungen der WHO hinaus. So bestehen klare Richtwerte für Schallemissionen aus WEA bei Nacht, die in allgemeinen Wohngebieten bei 40 dB(A) liegen. Der Schutz von Anwohnern ist also bereits heute gelebte Praxis«, kommentiert Wolfram Axthelm, Geschäftsführer des BWE.

Die seitens der WHO ausgesprochenen Empfehlungen zur Windenergie müssen außerdem im Kontext der Gesamtpublikation verstanden werden. Die WHO-Publikation untersucht die Lärmquellen Straßenverkehr, Schienenverkehr, Luftfahrt, Windenergie und Freizeitlärm und gibt jeweils spezifische Empfehlungen. Dabei wird unterschieden, welche Maßnahmen dringend empfohlen werden (strong recommendation) und welche fakultativ sind (conditional recommendation). Während die Empfehlung in den Bereichen Straßenverkehr, Schienenverkehr, Luftfahrt und Freizeitlärm als dringend kategorisiert sind, stellt die WHO deutlich klar, dass die Empfehlungen zur Windenergie nur einen fakultativen Charakter haben. Von den im Bericht untersuchten Lärmquellen ist die Wind-energie damit der schwächste Lärmemittent.

Zur Erklärung dieser Einordnung schreibt die WHO, dass die vorhandene Daten- und Forschungslage zu WEA nicht ausreicht, um fundierte Aussagen zu treffen. Aufgrund der resultierenden geringen Prognosesicherheit räumt die WHO ferner ein, dass die Empfehlungen zu WEA in gewissen Situationen nicht anwendbar sind. Damit schwächt die WHO ihre eigenen Aussagen bereits im Vorwort des veröffentlichten Berichts ab.

»Windenergieanlagen aus dem Zusammenhang der WHO-Studie herauszureißen und in den alleinigen Fokus zu stellen ist nicht zulässig. Erst vor wenigen Tagen hat die Branche auf der Wind-Energy 2018 gezeigt, dass weiter kräftig und erfolgreich daran gearbeitet wird, dass WEA durch technische Innovationen noch ruhiger und leiser preiswerten CO2-freien Strom für immer mehr Menschen produzieren«, sagt W. Axthelm.