Teuerstes Energiejahr aller Zeiten

Warme Socken helfen bares Geld zu sparen. Die Heizung um nur ein Grad runterzudrehen. (Foto: dpa)
Warme Socken helfen bares Geld zu sparen. Die Heizung um nur ein Grad runterzudrehen. (Foto: dpa)

Alle Welt redet über hohe Strompreise und angebliche Energiearmut durch erneuerbare Energien. Fast unbemerkt davon stiegen aber auch die Heizkosten im Jahr 2012 auf ein neues Allzeithoch und machten warme Wohnungen so teuer wie nie. Im Schnitt mussten deutsche Haushalte für den Liter Heizöl im abgelaufenen Jahr 90,7 Cent zahlen. 2011 waren noch 83,4 Cent/Liter fällig, was einer Preissteigerung von 8,75 % entspricht. Damit liegt die Entwicklung sogar deutlich unter dem Schnitt seit der Jahrtausendwende. Nach Zahlen der Energieagentur NRW ist der Heizölpreis zwischen dem Jahr 2000 und 2011 jedes Jahr im Schnitt um 12 % gestiegen. Zum Vergleich: Der Strompreis stieg im selben Zeitraum um knapp 7 % im Jahr.

Ein wichtiger Unterschied zwischen Öl und Strom: Beim Strom haben erneuerbare Energien Einfluss auf den Preis. Zwar macht die EEG-Umlage den Strom formal teurer, jedoch kritisieren Verbände seit Langem die Berechnungsmethode der Umlage. So sind mit Beginn des Jahres 2013 zum Beispiel gut 1.550 Großabnehmer von der Umlage befreit, was den Strom für andere Verbraucher teurer macht. Zudem gibt es immer wieder Vorwürfe darüber, dass preissenkende Effekte an der Strombörse durch erneuerbare Energien (Merit-Order Effekt) nicht an Kunden weitergegeben werden. Damit verschiebt sich der Anteil der Energiekosten für Verbraucher immer stärker zu den Heizkosten, die ohnehin schon meist einen deutlich größeren Betrag ausmachen.

Alles wird teurer - außer Erneuerbare

Auch andere Energieträger werden immer teurer. Der Gaspreis steigt seit der Jahrtausendwende um fast 8 % im Jahr, Holzpellets kommen mit knapp unter 4 % dagegen noch am besten weg. Einzig die Solarthermie kann im Wärmebereich mit günstigeren Preisen punkten. Zwar sind die Anlagenpreise in den letzten Jahren kaum gesunken, dafür jedoch der Ertrag pro Anlage heute deutlich höher als noch um die Jahrtausendwende.

Beim Strom ist die Lage noch eindeutiger. Sowohl Photovoltaik als auch Windenergie sind heutzutage deutlich günstiger, als noch vor wenigen Jahren. So kostet eine PV-Anlage bis maximal 10 kW laut Bundesverband Solarwirtschaft heute 64 % weniger als noch 2006.  

Jan Gesthuizen

Verwandte Artikel & Inhalte:

Keine steuerliche Förderung für Gebäudesanierung

Preise PV-Module

 

 

 

Google+