Steuerliche Abschreibung von Gebäudesanierung gestorben

Die Sanierung von Bestandsgebäuden bleibt teurer als nötig. (Foto: dpa)
Die Sanierung von Bestandsgebäuden bleibt teurer als nötig. (Foto: dpa)

Nach Berichten der Financal Times Deutschland ist die steuerliche Abschreibung von Gebäudesanierungsmaßnahmen gestorben. Die Bundesregierung und die Länder hatten sich seit gut einem Jahr um den Steuerbonus gestritten. Bei dem Streit ging es weniger um die Sinnhaftigkeit der steuerlichen Abschreibung, als viel mehr darum, wie die damit verbunden Steuerausfälle zwischen Bund und Ländern zu verteilen gewesen wären.

Für das Jahr 2013 ist damit erst einmal mit keinerlei zusätzlicher Förderung bei der Sanierung zu rechnen. Ab 2014 plant die Bundesregierung laut der Financal Times jedoch über direkte Zuschüsse zu die Sanierung zu fördern. Dazu sollen jährlich 300 Millionen Euro aus dem Energie & Klimafonds bereitgestellt werden. Dort werden dann Mittel frei, mit denen eine Strompreiskompensation für energieintensive Unternehmen gezahlt wurde. Die Stromkostenkompensation bleibt allerdings erhalten, wird dann aber aus dem allgemeinen Bundeshaushalt bezahlt.

Keine Ersatz für Abschreibung

Die nun veranschlagten Mittel zur Förderung, können das Scheitern der Abschreibung allerdings bei Weitem nicht kompensieren. Zum einen werden sie ein Jahr später starten, und zum Zweiten sind die Mittel deutlich niedriger. Die Planung des Abschreibungsmodells sah vor, dass schon im nächsten Jahr 300 Millionen € für die Gebäudesanierung frei würden und sich dieser Wert bis 2016 schrittweise auf 1,5 Milliarden Euro pro Jahr steigert. Somit liegt die Förderung dann um 1,2 Milliarden Euro niedriger als geplant.

Fragliche Fördersumme

Zudem ist selbst die Höhe jetzt verkündete Fördersumme von 300 Millionen Euro im Jahr fraglich. Denn der Klima & Energiefonds, aus dem das Geld kommt, speist sich aus den Erlösen beim Verkauf von CO2-Zertifikaten. Diese werden aber schon seit Langem als viel zu niedrig kassiert. Ernsthafte Initiativen deren Preis zu erhöhen sind bisher nicht bekannt. Die genauen Details der neuen Regelung sind bisher wohl nur im Grundsatz beschlossen.

Auch beim aktuellen Entwurf zur Novelle der Energiesparverordnung (EnEV) ist nicht geplant, im Altbau besonders ambitioniert zu agieren. Während die Effizienzrichtlinien für Neubauten verschäft werden, soll die Sanierung auch weiterhin nach den Regeln von 2009 erfolgen.

Jan Gesthuizen

Verwandte Artikel:

Marktanreizprogramm: Mehr Geld in allen Segmenten

Gebäudesanierung liegt weiter auf Eis