Siemens trennt sich vom Solargeschäft

Wind und Wasserkraft stellen nach Meinung von Siemens in Zukunft den meisten reg
Wind und Wasserkraft stellen nach Meinung von Siemens in Zukunft den meisten reg

Der Münchner Technologiekonzern Siemens plant sich von seinem Solargeschäft zu trennen. Im Zuge des Unternehmerprogramms 2014 soll sowohl das Geschäft mit solarthermischen Kraftwerken als auch mit der Photovoltaik verkauft werden. Bei der kleineren Photovoltaiksparte laufen nach Medienberichten derzeit schon Gespräche mit Interessenten. Hier hatte Siemens unter dem Markennamen Sinvert Wechselrichter verkauft. Das Wechselrichtergeschäft läuft aber auch bei der Konkurrenz eher mäßig. Selbst Marktführer SMA rechnet derzeit mit einem Milliardenverlust. In das Geschäftsfeld der solarthermischen Kraftwerke hatte Siemens sich durch den Kauf des israelischen Unternehmens Solel erst vor wenigen Jahren eingekauft und dafür gut 418 Millionen Dollar in die Hand genommen.

Solel stellt die Receiverrohre her, auf die das Sonnelicht konzentriert wird. In den Rohren befindet sich ein Wärmeträgermedium aus synthetischem Öl, das die Hitze zum eigentlichen Kraftwerksblock abtransportiert. Dort kann damit dann wie in konventionellen Kraftwerken über eine Dampfturbine Strom erzeugt werden. Später hatte sich Siemens auch noch einen 45-%-Anteil am italienischen Unternehmen Archimede Solar gesichert, das ebenfalls Receiverrohre herstellt, die jedoch geschmolzenes Salz statt Öl zum Wärmetransport nutzen. Damit können die Solarfelder der Kraftwerke höhere Temperaturen bereitstellen, was die Effizienz erhöht. Der Anteil an Archimede Solar ist bereits wieder verkauft.

Solargeschäft zu schwach

Das Geschäft mit den solarthermischen Kraftwerken, die ausschließlich in sehr sonnenreichen Regionen gebaut werden können, blieb zuletzt deutlich hinter den Erwartungen von Siemens zurück. „Der globale Markt für Solarthermie ist von vier Gigawatt auf zuletzt etwas über ein Gigawatt zurückgegangen. Hier werden künftig Spezialanbieter ihre Stärken ausspielen können“, erklärt Siemens-Vorstand Michael Süß.

Dies liegt vornehmlich daran, dass die solarthermischen Kraftwerke in starker Konkurrenz zur klassischen Photovoltaik stehen. Zwar ist der Preis für solarthermisch erzeugten Strom in den letzten Jahren gesunken, konnte aber mit dem rapiden Preisverfall bei der Photovoltaik nicht mithalten. Grundsätzlich ist solarthermischer Strom etwas wertvoller als der aus PV-Anlagen. Die Kraftwerke sind mit großen Wärmespeichern ausgestattet, die es erlauben den Strom zu jedem beliebigen Zeitpunkt - sogar nachts - zu produzieren. Damit können die Kraftwerke sogar das, was sonnst nur Gaskraftwerke können, Regelstrom zur Netzstabilisierung bereitstellen. Die Preisdifferenz liegt derzeit jedoch trotzdem zu hoch.

Wind & Wasser sollen es richten

Siemens will sich nun bei den erneuerbaren Energien ausschließlich auf Wind- und Wasserkraft konzentrieren. „Die Bedeutung der erneuerbaren Energien wird weiter zunehmen, wobei Wasserkraft und Windenergie nach wie vor weltweit den größten Beitrag zur regenerativen Stromerzeugung leisten werden. Wir konzentrieren uns bei den erneuerbaren Energien auf diese beiden Bereiche. Mit mehr als 7.000 Mitarbeitern in der Division Wind Power und 2.000 Beschäftigten im zugehörigen Servicegeschäft verfügen wir in dieser Division über einen Auftragsbestand von mehr als zehn Milliarden Euro. Dabei haben wir uns als klarer Marktführer für Offshore-Windkraftanlagen etabliert und sind auch onshore gut unterwegs“, erklärt Michael Süß.

Der Sektor Wasser unterteilt sich in den Bereich der klassischen Wasserkraft über das Joint Venture Voith Hydro und das Anfang dieses Jahres übernommene Geschäft mit Gezeitenströmungskraftwerken. Letztere Technik ist vergleichsweise neu und befindet sich noch in der Phase der Markteinführung.