Rekord: Mehr als 2.000 Unternehmen wollen sich von EEG-Umlage befreien lassen

Die Anträge von Unternehmen auf Befreiung von der EEG-Umlage haben sich nahezu verdreifacht. Wie verschiedene Medien berichten, sind beim zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bis Ende August 2023 Anträge eingegangen. Im Jahr zuvor waren es 820. Der sprunghafte Anstieg erklärt sich durch die von der schwarz-gelben Bundesregierung veranlasste Gesetzesänderung im EEG.

Die „Besondere Ausgleichsregelung“ (§ 40 ff. EEG) sieht vor, dass sich Unternehmen von der EEG-Umlage befreien lassen können. Bisher galt das nur für Betriebe mit einem jährlichen Stromverbrauch von mehr als 10 GWh. Diese Grenze liegt nun bei 1 GWh pro Jahr. Ab dem 1. Januar 2013 zahlen von der Umlage befreite Betriebe für den Stromanteil über einer bis einschließlich 10 GWh lediglich 10 % der EEG-Umlage. Für den Stromverbrauch zwischen 10 bis einschließlich 100 GWh ist es nur noch 1 % und darüber hinaus sind es pauschal 0,05 Ct./kWh. Für die größten Stromfresser ist die „Besondere Ausgleichsregelung“ besonders attraktiv: Bei einem Stromverbrauch von über 100 GWh pro Jahr und einem Verhältnis der Stromkosten zur Bruttowertschöpfung von mehr als 20 % sind für jede kWh nur 0,05 Ct EEG-Umlage fällig. Zum Vergleich: Derzeit liegt die EEG-Umlage für Endverbraucher bei 3,592 Ct/kWh, für 2013 rechnen Experten mit bis zu 5 Ct/kWh.

Einen nicht unerheblichen Anteil an diesem Anstieg hat die „Besondere Ausgleichsregelung“. Nach Angaben des Internationalen Wirtschaftsforums Regenerative Energien (IWR), erhöht sich durch die Ausnahmeregelungen für die deutsche Industrie von der EEG-Umlage befreite Strommenge voraussichtlich von bisher 85 Mrd. kWh auf etwa 107 Mrd. kWh. Da sich dadurch die Strommenge, für die EEG-Umlage gezahlt werden muss, reduziert, erhöht sich parallel automatisch die EEG-Umlage für alle anderen Stromverbraucher.

Eine interaktive Karte mit allen Unternehmen, die derzeit von der Umlage befreit sind, findet sich auf der Webseite der taz.

Bodo Höche

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