Rechenzentrum in Windenergieanlage ausgezeichnet

Sicherheitsräume von Rittal schützen die IT unter anderem gegen Feuer, Wasser und Rauch. Das Konzept „Windcores ++ setzt bei der gesamten Rechenzentrumsinfrastruktur auf Rittal, darunter Sicherheitsräume, IT-Racks, Klimatisierung, USV und Monitoring (Bild: Rittal)
Sicherheitsräume von Rittal schützen die IT unter anderem gegen Feuer, Wasser und Rauch. Das Konzept „Windcores ++ setzt bei der gesamten Rechenzentrumsinfrastruktur auf Rittal, darunter Sicherheitsräume, IT-Racks, Klimatisierung, USV und Monitoring (Bild: Rittal)
28.04.2019

Stromintensive Rechenzentren dort zu bauen, wo der Strom klimafreundlich direkt bezogen werden kann – in einer Windenergieanlage: Dafür steht seit wenigen Jahren die Idee Windcores. Am 11. April ist ein neues Konzept namens Windcores ++, das in Kooperation von Westfalenwind IT mit Rittal und SICP entwickelt wurde, in der Kategorie 1 „Ideen und Forschungen rund um das Rechenzentrum“ für Cloud-Hosting als Sieger beim Deutschen Rechenzentrumspreis prämiert worden. Der Preis, der zukunftsweisende Ideen und Konzepte zur Steigerung der Energieeffizienz in Rechenzentren seit neun Jahren auszeichnet, wurde diesmal in Flörsheim am Main verliehen. Die 16-köpfige Fachjury beeindruckte beim neuen Konzept insbesondere die Verbindung aus Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit. Es bezieht zu über 90 % Windstrom und nutzt Synergien, um umfassend Ressourcen zu sparen. Durch den Einbau und die Integration in Windenergieanlagen werden bestehende Infrastrukturen und das Gebäude, wie der Turm oder das vorhandene Stromnetz, genutzt. 

Windenergieanlage bietet Platz für komplettes RZ

Bei Windcores ++ geht es insbesondere um die Maximierung der Stellfläche für Server in Windkraft-Türmen. Rittal und Westfalenwind IT werden künftig die Beratung und Planung für die Umsetzung des Konzepts übernehmen. Rittal wird darüber hinaus die gesamte Rechenzentrums-Infrastruktur (darunter drei Sicherheitsräume, IT-Racks, Klimatisierung, USV, Monitoring) bereitstellen.

Das Konzept zeigt, wie für den Cloud-Betrieb bis zu 50 IT-Racks in einer einzigen Windenergieanlage installiert werden können. Erreicht wird diese Flächenerweiterung über die Installation auf mehreren Ebenen. Mit dieser zusätzlichen Fläche wird die Wirtschaftlichkeit pro WEA deutlich erhöht. Das Konzept birgt weitere Vorteile bezüglich der Skalierung, der Risikoreduktion oder der bedarfsgerechten Ausrüstung mit Zugangssystemen. Die Anforderungen von Unternehmen, Verwaltungen oder Systemhäuser für das räumliche Auslagern der IT-Systeme oder auch das Betreiben durch Dritte werden erfüllt und sind so kostengünstiger und nachhaltiger realisierbar.

Mehr IT- und Energie-Bedarf erfordert Umdenken

Dies ist mit Blick auf den steigenden Bedarf an IT und Energie wertvoll. Bereits heute liegt der Strombedarf des Internets bei rund sieben Prozent des weltweiten Stromverbrauchs. In Rechenzentren entfallen durchschnittlich 40 % der Gesamtbetriebskosten auf die Energie. Durch die Direktversorgung mit Windstrom liegen bei Windcores die Stromkosten deutlich unter dem Marktdurchschnitt.

„Die Digitalisierung verändert die Anforderungen an Produkte, Verfügbarkeit und Ressourcen – und zwar branchenübergreifend. Für Wettbewerbsfähigkeit kommt es zunehmend auf die durchdachte Vernetzung von Menschen, Anlagen und Daten an. Intelligente Konzepte für Rechenzentren, wie zum Beispiel Windcores, bilden die Basis dafür und zeigen, wie der nachhaltige Betrieb von IT-Infrastruktur funktioniert. Die Auszeichnung beim Deutschen RZ-Preis ist eine tolle Bestätigung dafür“, erklärt Michael Nicolai, Leiter Vertrieb IT Deutschland bei Rittal. Auch der  Geschäftsführer von Westfalenwind IT, Dr. Fiete Dubberke, zeigt sich beeindruckt über den Gewinn: „Dass wir bei der ersten Teilnahme am deutschen RZ-Preis zwei Mal nominiert wurden und gleich einen ersten und zweiten Platz belegen, ist überwältigend“.

Aktuell ist Windcores ++ in der Konzeptionsphase und wird in den nächsten Wochen zur Baugenehmigungsreife ausgearbeitet.