Naturschutz und Energiewende: Einklang ist möglich

Der Erneuerbare-Energien-Reports 2019 wurde Mitte Februar vorgestellt
Der Erneuerbare-Energien-Reports 2019 wurde Mitte Februar vorgestellt
26.02.2019

„Der Ausbau erneuerbarer Energien ist zum Erreichen der Klimaschutzziele zwingend erforderlich und muss auch Arten und Lebensräume vor den Folgen des Klimawandels schützen. Die Energiewende muss natur- und umweltverträglich erfolgen. Eine wichtige Rolle spielen dabei ein effizienter Umgang mit der Fläche und die Berücksichtigung der jeweiligen landschaftlichen Gegebenheiten“, sagt Prof. Beate Jessel. Die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) hat Mitte Februar dessen Erneuerbare-Energien-Report vorgestellt.

Der Report beruht auf den Ergebnissen von mehr als 40 Vorhaben des Forschungsschwerpunkts „Naturschutz und erneuerbaren Energien“ am BfN. Mit dem aktuellen Überblick zeigt das BfN eine Vielzahl von Möglichkeiten auf, den tiefgreifenden Umbruch der Energieversorgung in Einklang mit dem Naturschutz zu gestalten. Im Fokus stehen dabei die Aspekte „Fläche“ und „Landschaft“. Denn die hohe Anzahl und die weite räumliche Verbreitung von Anlagen erneuerbarer Energien tragen zum Wandel von Landnutzung und Landschaftsbild bei, sie bergen außerdem Risiken für bestimmte Arten und ihre Lebensräume. Aktuell ist beispielsweise zu beobachten, dass für die erneuerbaren Energien zunehmend naturnahe Flächen wie beispielsweise Wälder oder extensiv genutztes Grünland in Anspruch genommen werden.

Energiebedarf an sich begrenzen

„Doch ein naturverträglicher EE-Ausbau kann gelingen – das macht unser Energiereport deutlich“, betont Jessel. „So ist und bleibt es für den Naturschutz wie auch überhaupt für das Gelingen der Energiewende weiterhin zentral, vorrangig Energieeinsparungen und Effizienzmaßnahmen voranzutreiben und damit den Energiebedarf an sich zu begrenzen.“ Von besonderer Bedeutung sei weiterhin ein sparsamer Umgang mit der begrenzten und begehrten Ressource Fläche: „Wir sollten im ländlichen Raum den Fokus auf flächeneffiziente Technologien sowie eine sorgfältige Standortwahl legen und gleichzeitig stärker als bisher bestehende Dachflächen vor allem in den großen Ballungsräumen für Solar-Anlagen nutzen“, so die BfN-Präsidentin. „Ein vermehrter verbrauchsnaher Ausbau kann so zum Schutz der ,freien Landschaft‘ beitragen. Keine ausbaufähigen und naturverträglichen Handlungsoptionen sehen wir hingegen für Bioenergie aus Anbaubiomasse. Außerdem sollten in den Planungs- und Genehmigungsverfahren zur Energiewende landschaftliche Qualitäten und damit das Schutzgut Landschaft stärkere Berücksichtigung finden. Dies ist auch für die Akzeptanz der Energiewende von zunehmender Bedeutung.“

Im „Erneuerbare Energien Report 2019“ werden darüber hinaus auch Ansätze für die konkrete Umsetzung des Anlagenausbaus vorgestellt. So wurden u. a. Möglichkeiten für die naturschutzgerechte Standortwahl und zum naturschutzgerechten Bau und Betrieb von erneuerbaren Energieanlagen weiter ausgearbeitet. Beispielsweise können intelligente Vermeidungsmaßnahmen im Umfeld von Windparks dabei helfen, Artenschutzkonflikte zu minimieren.

www.bfn.de