Moderne Heiztechniken im Vergleich

fotolia.com, © Kange Studio #221746431
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15.01.2019

Heizen mit Gas zählt seit einiger Zeit zu den verbreitetsten Anlageformen. Mit großem Abstand werden Gas-Brennwertkessel am häufigsten installiert. Ihr Anteil ist in den letzten Jahren von knapp 50 auf über 66 Prozent gewachsen. Andere Technologien sind hingegen weniger gefragt. Lediglich Wärmepumpen konnten ebenfalls einen Zuwachs verbuchen. Die folgenden Heiztechniken zählten 2017 zu den Wichtigsten:

  • Gas-Brennwertkessel (66,4 %) 
  • Wärmepumpen (11,0 %)
  • Gas-Heizwertkessel (10,3 %)
  • Öl-Brennwertkessel (8,4 %)
  • Biomasse-Kessel (3,7 %)
  • Öl-Heizwertkessel (0,4 %)

Bei der Entscheidung für eine bestimmte Heiztechnik müssen nicht nur individuelle Voraussetzungen der jeweiligen Immobilie berücksichtigt werden. Im Hinblick auf die Verbrauchskosten ist ah die Preisentwickluucng für Heizrohstoffe von Bedeutung. Jede Heizform bringt eigene Vor- und Nachteile mit sich.

Gasheizung

Gasheizungen haben derzeit den größten Marktanteil.  Brennwertkessel arbeiten nach dem heutigen technologischen Stand sehr effizient und sauber. Durch Wärmetauscher kann inzwischen auch Wärme aus der Abluft noch rückgeführt werden – dadurch ergibt sich ein Nutzungsgrad von beinahe 100 Prozent. Die ältere Heizwert-Technik ist deshalb weniger effizient, da sie die Abluftwärme noch nicht nutzt.

Je nach Alter einer alten Anlage (Heizwertkessel) kann mit dem Austausch durch einen Brennwertkessel eine Effizienzsteigerung von zehn bis 30 Prozent erzielt werden. Sinnvoll kann zudem die Kopplung mit thermischen Solaranlagen sein.   

Die Anlagen benötigen vergleichsweise wenig Platz und lassen sich bezüglich ihrer Größe und der Leistungskapazität gut an die verschiedensten Einsatzszenarien anpassen.

Vorteile:

  • Keine Vorratshaltung notwendig
  • Kompakte Anlagen mit geringem Platzbedarf
  • Gute Regelbarkeit
  • Relativ geringe Investitionskosten für die Anlage

Nachteile:

  • Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und der damit verbundenen Preisentwicklung
  • Nicht die umweltfreundlichste Heizform

Durch die Nutzung von Biogas lässt sich die Umweltbilanz vorteilhafter gestalten.

Wärmepumpen

Bei den Wärmepumpen werden grundsätzlich drei verschiedene Systeme unterschieden:

  • Luft-Wasser-Wärmepumpe: Energiegewinnung durch die Wärme der Außenluft
  • Sole-Wasser-Wärmepumpe: Energiegewinnung durch die Erdwärme
  • Wasser-Wasser-Wärmepumpe: Energiegewinnung durch Wärme des Grundwassers

Um hier die jeweils effizienteste Technik zu wählen und die beste Kosten-Nutzen-Entscheidung zu treffen, müssen die individuellen Standortfaktoren sehr genau untersucht werden. So gelten die Wasser-Wasser-Systeme als die Wirtschaftlichsten – Luft-Wasser-Anlagen sind hingegen etwas weniger effizient, aber günstiger. 

So unterschiedlich die Technologien, so unterschiedlich sind auch die damit verbundenen Vor- und Nachteile.

Vorteile:

  • Keine Vorratshaltung notwendig
  • Luft-Wasser-Wärmepumpen lassen sich relativ kostengünstig und mit überschaubarem Aufwand installieren. Die Systeme können vor allem auch bei den längerfristigen Aufwendungen punkten.
  • Mit gasbetriebenen Wärmepumpen lassen sich ggf. die Betriebskosten geringer gestalten
  • Je nach System sehr hoher Wirkungsgrad

Nachteile:

  • Effizienz abhängig von den Stromkosten für die Pumpe (hier gibt es ggf. Sondertarife bei den Versorgern)
  • Relativ hohe Anschaffungskosten
  • Größerer Aufwand für die Installation von Sole-Wasser-Wärmepumpen

Wird die für die meisten Pumpen notwendige Energie durch Solarstrom gewonnen sind die Anlagen besonders nachhaltig.

fotolia.com, © Hermann #146108715
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Ölheizung

Wie beim Gas ist auch hier die Brennwerttechnik die effizientere und umweltschonendere. Allerdings können nicht dieselben niedrigen Abgaswerte erzielt werden. Dennoch sind mit modernen Anlagen ebenfalls Nutzungsgrade von knapp 100 Prozent möglich.

In Verbindung mit thermischen Solaranlagen oder durch die Zugabe von Biomasse als flüssigen Brennstoff kann die Heiztechnik umweltfreundlicher gestaltet werden. Auch durch ein effizientes Belüftungssystem lassen sich der Energiebedarf und damit die Heizkosten nochmals verringern.  

 Vorteile:

  • Überschaubare Investitionskosten
  • Hoher Effizienzgrad moderner Anlagen

Nachteile:

  • Platzbedarf für Vorratstank
  • Ggf. höhere Kosten beim Unterhalt (Reinigung, regelmäßige Wartung) im Vergleich zu Gaskesseln
  • Höherer CO2-Ausstoß als bei modernen Gasheizungen
  • Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und der damit verbundenen Preisentwicklung

Heizen mit Biomasse

Für diese Heizform stehen ebenfalls unterschiedliche Technologien und Brennstoffe zur Verfügung. Biomassekessel können mit Scheitholz, Pellets oder Hackschnitzeln betrieben werden. Pellet- und Hackschnitzelanlagen sind heute auch mit der hocheffizienten Brennwerttechnik erhältlich. Sie lassen sich als vollständige Zentralheizungen einsetzen. In manchen Anlagen können beide Brennstoffe verbrannt werden.

Als zusätzliche Heizung punktet ein Ofen für Scheitholz (als Kamin- oder Kachelofen) mit der besonderen Raumatmosphäre. Anlagen mit integriertem Wasserspeicher können gleichzeitig für die Warmwassererzeugung eingesetzt werden. Welches System am besten geeignet ist, hängt ebenfalls von ganz individuellen Faktoren ab. Hier gilt es ebenfalls, sich vorher umfassend zu informieren.  

Vorteile:

  • Nutzung nachwachsender Rohstoffe (gilt deshalb als CO2-neutral)
  • Unabhängigkeit vom Preismarkt fossiler Brennstoffe
  • Bislang relativ stabile Preisentwicklung für die Brennstoffe
  • Geringere Rohstoffpreise im Vergleich zu Öl oder Gas

Nachteile:

  • Platzbedarf für die Vorratshaltung
  • Relativ hohe Investitionskosten für die Anlage
  • Kamin- und Kachelöfen meist nicht als Hauptheizung einsetzbar

Heizen mit Solarenergie

Auch wenn diese Heizform noch wenig verbreitet ist und einen geringen Anteil am Gesamtmarkt aufweist, ist die Nutzung von Solarenergie interessant. Vor allem, weil sich die Technologie als sinnvolle Kombination mit den anderen Heizsystemen anbietet. Thermische Solaranlagen sind bisher als alleinige Heizung noch nicht geeignet, da die Energieerzeugung von der Sonneneinstrahlung abhängt.

Ausschlaggebend für die Effizienz sind die individuellen Gegebenheiten vor Ort (u.a. Dachneigung und –ausrichtung, jährliche Sonneneinstrahlung). Wichtig vor der Anschaffung ist eine genaue Bedarfsermittlung, um die passende Dimension der Anlage zu kalkulieren. Soll das System sowohl für die Warmwasserbereitung als auch zum Heizen eingesetzt werden, ist zusätzlich ein Speicher notwendig.

Die hohen Anschaffungskosten wirken zunächst oft abschreckend, allerdings muss bedacht werden, dass für den Betrieb keine weiteren Ausgaben für Brennstoffe anfallen.  

Vorteile:

  • Nutzung regenerativer Energie
  • Unabhängigkeit vom Preismarkt fossiler oder anderer Brennstoffe
  • Keine Vorratshaltung notwendig

Nachteile:

  • Hohe Anschaffungskosten

fotolia.com, © Smileus #30465690
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Fazit

Mit der Wahl für die passende Heizungsanlage lassen sich Kosten sparen und bei einer Sanierung der Immobilienwert steigern. Die modernen, hocheffizienten Systeme halten die umfangreichen Standards im Rahmen der energetischen Sanierung ein und tragen nachhaltig zum Schutz der Umwelt bei.