Fossile Energiequellen: Schnellerer Rückgang als angenommen

Entwicklung der Erdölförderung (Abbildung: EWG-Studie, März 2013)
Entwicklung der Erdölförderung (Abbildung: EWG-Studie, März 2013)

Fossile Energien gehen schneller zur Neige als angenommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Energy Watch Group (EWG). Der Förderanalyse entsprechend sei es wahrscheinlich, dass im Jahr 2030 die Erdölförderung im Vergleich zu 2012 um 40 % zurückgehen werde. "Die Welt steht am Scheideweg seiner Energieversorgung. Politik, Wirtschaft und Verbraucher müssen verstehen, dass wir jetzt Maßnahmen ergreifen müssen, um zukünftige Versorgungsengpässe zu vermeiden.“, so Werner Zittel, Autor der Studie und Vorstand der Ludwig-Bölkow-Stiftung. Hatte die IEA für die europäische Erdölförderung im Jahr 2004 für 2010 noch eine Förderung von 4,8 Mb/Tag erwartet, liegen die aktuellen Werte aktuell bei 3 Mb/Tag.

Das Fördermaximum für Erdgas und Kohle werde laut EWG bereits 2020 erreicht sein. Auch das umstrittene Fracking könne nicht zur Kehrtwende des Negativtrends beitragen. Die USA werden 2015 den Höhepunkt der Schiefergasgewinnung erreichen – gefolgt von einem steilen Rückgang, der zusammen mit der Produktionsabnahme der konventionellen Gasgewinnung die Regression der Gasförderung bestärke. Zum Erdölnettoexporteur können die Vereinigten Staaten ebenfalls nicht aufsteigen, die Förderung des „light tight oil“ erreiche in 5 Jahren den Höhepunkt – folgen werde auch hier ein rasanter Fall, so die EWG.

Hans-Josef Fell, Initiator der Energy Watch Group, geht nach den Ergebnissen der Studie davon aus, dass:  „Spätestens der bald erwartete Rückgang der weltweiten Erdölförderung zu deutlichen Versorgungsproblemen führen wird. Über ein oder zwei Jahrzehnte betrachtet wird der Rückgang so groß werden, dass er nicht durch eine Substitution mit Erdgas und Kohle ausgeglichen werden kann. Auch die Kernenergie wird keinen wesentlichen Einfluss auf die zukünftige Energieversorgung haben. Wir werden schnell an unsere Grenzen stoßen.“

                                    Julian Algner

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