EU-Sammelquote: Über die Hälfte aller Gerätebatterien verschwindet

13.12.2018

Schlechte Sammelergebnisse für Gerätebatterien, unzureichende Ziele für Lithium-Ionen-Akkus und fehlende Anreize für die verantwortlichen Akteure, mehr Altbatterien zu sammeln – in einer Studie für die Europäische Kommission zeigt das Öko-Institut die maßgeblichen Schwächen der aktuellen Batterierichtlinie auf.

Hälfte aller Gerätebatterien gar nicht erst gesammelt und recycelt wird“, sagt Dr. Hartmut Stahl, Wissenschaftler am Öko-Institut und Hauptautor der Studie.

Laut Öko-Institut landen europaweit jährlich rund 35 000 t Batterien im Hausmüll. Wertvolle Rohstoffe gehen so verloren. Gleichzeitig steigt das Risiko für die Umwelt durch die mögliche Abgabe giftiger Schwermetalle, wie Cadmium oder Blei, an. Die Einbindung der Verbraucher durch verbesserte Informationen und gezielte Sammelkampagnen sei hier ein wichtiger Ansatz. Das Ziel: Sammelmengen steigern, indem mehr Batterien aus Elektroaltgeräten ausgebaut werden. Gleichzeitig müssten Geräte wieder so konzipiert werden, dass Batterien leichter entnommen werden können.

Blinder Fleck: Lithium-Ionen-Batterien

Elektroautos, Drohnen, Gabelstapler – selbst in Staubsaugerrobotern gibt es sie: Lithium-Ionen-Batterien wirken sich auf immer mehr Bereiche des Lebens aus. Neue Anwendungen, neue Batterietypen und neue Recyclingtechnologien entwickeln sich stetig weiter. Die Folge: Die 2006 verabschiedete EU-Batterierichtlinie könne nicht mehr Schritt halten. „Trotz der zunehmenden Bedeutung von Lithium-Ionen-Batterien in neuen Technologien wie in Pedelecs, gibt es für sie weder eigene Sammel- noch separate Recyclingziele“, so H. Stahl. „Eine verbesserte Richtlinie muss hier ansetzen – etwa mit ambitionierten Vorgaben für Schlüsselelemente wie Lithium und Kobalt.“

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