Elektrofahrzeugstudie: Deutlich geringerer Treibhausgasausstoß

Der CO2-Ausstoß im Verkehr kann durch Elektrofahrzeuge um 80 % gesenkt werden.
Der CO2-Ausstoß im Verkehr kann durch Elektrofahrzeuge um 80 % gesenkt werden.

Eine neue Studie des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt (DLR), die sich mit den Chancen und Risiken der Elektromobilität beschäftigt, kommt zu dem Schluss, dass der CO2-Ausstoß im Mobilitätssektor durch den konsequenten Einsatz von Elektrofahrzeugen um 80 % gesenkt werden kann. Diese Erkenntnis ist grundsätzlich erst einmal nichts Neues, genauso wie die Tatsache, dass die Fahrzeuge dazu mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssten. Die mit über 300.000 € geförderte Studie liefert aber auch erstmals genaue Zahlen. So liefert das DLR genaue Zahlen zum Stromverbrauch. Würden in Deutschland 27 Millionen Elektrofahrzeuge eingesetzt werden, stiege der Stromverbrauch insgesamt um 53,5 TWh, was etwa 10 % des derzeitigem Stromverbrauchs entspricht. Da Elektromotoren aber effizienter Arbeiten als Verbrennungsmotoren sei damit aber trotzdem ein Gewinn für die Umwelt verbunden. Zudem seien auch Entlastungen für das Stromnetz zu erwarten. Wird der Ladevorgang der 27 Millionen Fahrzeuge zeitlich gesteuert, könnte eine Strommenge von etwa 4 TWh im Jahr an überschüssiger Energie genutzt werden. Die benötigte installierte Überschussleistung würde damit um 20 GW sinken.

Dabei hat das DLR auch Nutzerprofile von Elektrofahrzeughaltern untersucht und berücksichtigt. So können die Autobatterien zum Beispiel während des Morgens, wenn zur Arbeit gependelt wird, kaum für das Lastmanagement genutzt werden. In den Abendstunden und nachts ist das Potenzial dagegen größer.

Dass die Batterien bei hoher Nachfrage teilweise entladen werden und Strom ins Netz einspeisen ist aus heutiger Sicht dagegen nicht wirtschaftlich. Der Alterungsprozess der derzeitigen Batterien ist durch Auf- und Entladen so groß, dass die Kosten für einen solchen Speicher sehr hoch wären. "Es lässt sich schwer vorhersagen, wie sich das 'Vehicle-to-Grid-Potential’ entwickelt. Sobald Elektrofahrzeuge über Batterien verfügen, die weniger Abnutzungserscheinungen aufweisen, wird dieses Potenzial durchaus interessant", schätzt Thomas Pregger, Projektleiter der Studie, die Entwicklung ein. Die DLR-Forscher sind in ihrer Studie davon ausgegangen, dass dieses Szenario bis 2050 realisiert werden kann. Dann würden rein batteriebetrieben Fahrzeuge etwa 28 % und Hybridfahrzeuge etwa 34 % des deutschen Fuhrparks ausmachen. Das exakte Jahr ist aber mit Vorsicht zu genießen. Das DLR räumt ein, dass es hier einige Unwägbarkeiten gebe. So ist es derzeit kaum vorherzusagen, wann Elektrofahrzeuge wirklich marktfähig werden. Dies hängt neben dem eigentlichen technischen Fortschritt auch davon ab, wie der Ölpreis sich entwickeln wird und ob die CO2-Grenzwerte für Fahrzeuge weiter verschärft werden.

Jan Gesthuizen