Mit der Sonne den Pool heizen

Man muss sich nicht extrem beschränken, um den eigenen Pool mit Sonnenenergie zu beheizen. Die Kombination einer Photovoltaikanlage mit einer Wärmepumpe ermöglicht es, auch größere Wassermengen auf angenehme Temperaturen zu bringen. (Foto: dpa)
Man muss sich nicht extrem beschränken, um den eigenen Pool mit Sonnenenergie zu beheizen. Die Kombination einer Photovoltaikanlage mit einer Wärmepumpe ermöglicht es, auch größere Wassermengen auf angenehme Temperaturen zu bringen. (Foto: dpa)
11.07.2016

Sowohl bei Bestandsbauten als auch bei Neubauten erfreuen sich ­Photovoltaik-Anlagen und Wärmepumpen großer Beliebtheit. Die Vorteile liegen auf der Hand: Ein kombiniertes Energiesystem genügt, um Stromversorgung und Wärmeerzeugung sowie die Klimatisierung des Gebäudes zu gewährleisten. Wenn die Wärmepumpe mit Solarstrom betrieben wird, ist das Gesamtsystem zudem äußerst umweltfreundlich. Über den Energiebedarf des Gebäudes selbst kann mit einer konventionellen Heizungs-Wärmepumpe auch das Schwimmbad vor dem Haus erwärmt werden. Zu diesem Zweck muss sie allerdings auch größer ausgelegt werden, damit sowohl das Haus beheizt, Warmwasser bereitgestellt als auch das Schwimmbad im Keller oder vor dem Haus beheizt werden kann. Bei einer nachträglichen Installation oder einer Erneuerung des bestehenden Pools werden üblicherweise separate Pool-Wärmepumpen zur Beheizung eines Schwimmbades installiert.

Pool-Wärmepumpen

Die meisten größeren Schwimmbäder, die für den privaten Bedarf errichtet werden, verfügen zur Erwärmung des Wassers über eine Wärmepumpe. Immer mehr Produzenten von Schwimmbadtechnik integrieren die Wärmepumpe in die angebotene Anlagentechnik. Die bisherige Alternative, das Wasser mittels Solarabsorbern zu erwärmen, nimmt dagegen ab. Die Erwärmung des Pool-Wassers mit einem elektrischen Heizelement und Netzstrombezug ist die auf Dauer unwirtschaftlichste und am wenigsten umweltfreundliche Lösung. Wird ein Wechsel der Systeme vorgenommen, liegt es nahe, den Platz, den bisher die Solarabsorber beanspruchten, mit ­Photovoltaik-Modulen zu belegen, um sowohl das Gebäude als auch die Pool-Wärmepumpe mit Solarstrom zu versorgen.

Poolgröße (mit Abdeckung) [m²] Poolgröße (ohne Abdeckung) [m²] Heizleistung [kW] Anschlussleistung [kW] zusätzl. PV-Leistung [kW]
ca. 20 ca. 8 5 1,0 1,5 bis 2,0
ca. 30 ca. 12 8 1,5 2,0 bis 2,5
ca. 40 ca. 16 10 2,0 2,5 bis 3,5
ca. 50 ca. 20 13 2,5 3,0 bis 4,0
ca. 70 ca. 28 17 3,5 4,0 bis 6,0
ca. 80 ca. 32 21 4,5 5,5 bis 7,5
ca. 100 ca. 40 25 5,0 6,0 bis 8,5

Tabelle 1 – Poolgröße, Heizleistung und PV-Leistung:
Heizleistung und Anschlussleistung bei L15/W24; Zusätzliche PV-Leistung abhängig von der Dachausrichtung (Quelle: eigene Berechnung)

Die Preise für Pool-Wärmepumpen ­variieren – abhängig von Größe und ­Hersteller – zwischen 500 und 4.000 € netto (ohne Montage). Mit den im privaten Bereich üblichen Poolgrößen von 20 bis 100 m² sind Wärmepumpen mit einer Heizleistung von 5 bis 25 kW üblich (siehe Tabelle 1). Die tatsächliche Leistungsaufnahme variiert dabei von 1 bis 5 kW. Die notwendige Leistung kann durch eine Photovoltaik-Anlage einfach bereitgestellt werden.
Die wesentlichen Vorteile einer Pool-Wärme­­pumpe sind, dass die Erwärmung des Schwimmbades unabhängig von der ­Sonneneinstrahlung möglich ist und dass die robuste Technik auch eine hohe Effizienz gewährleistet. Zudem ist der ­Wartungsaufwand äußerst gering. Zu den Nachteilen zählt hingegen die Abhängigkeit von der Stromversorgung. Allerdings benötigt jedes System zur ­Schwimmbad-Erwärmung – abgesehen von einer rein passiven Erwärmung durch direkte Sonneneinstrahlung – grundsätzlich ein Mindestmaß an Strom, um die Pumpen zu betreiben.

Über die zahlreihen Hersteller von Pool-Wärmepumpen und ihre Angebote kann man sich auch in diesem Jahr wieder auf der »interbad«, der internationalen Fachmesse für Schwimmbad, Sauna und Spa informieren, die vom 27. bis zum 30. September in Stuttgart stattfindet.

Fazit

Wenn große Wassermengen beheizt werden sollen, führt kaum ein Weg an einer Wärmepumpe vorbei. Zwar kann man das Wasser in einem Schwimmbad auch mit einem Solarabsorber erwärmen, aber leider nicht kontinuierlich. Auch ist nach einigen Tagen Schlechtwetters die Wärme aus dem Pool verflogen und das erneute Aufheizen mit einem Solarabsorber dauert lange. Zudem ist für eine ­Solarheizung eine geeignete Fläche in entsprechender Größe auf einem südlich ausgerichteten Dach ­notwendig.

Diese Fläche kann aber auch für eine ­Photovoltaik-Anlage verwendet werden, die sowohl das Gebäude als auch das Schwimmbad mit Solarstrom versorgt. Eine Pool-Wärmepumpe liefert immer Wärme und heizt den Pool unabhängig von der Sonneneinstrahlung auch in den Übergangszeiten im Frühjahr und im Herbst. Das Nutzungsprofil eines Pools korreliert im Allgemeinen sehr gut mit der Stromerzeugung einer Photovoltaik-­Anlage: Während man an sonnigen Tagen im Pool planscht, liefert die Photovoltaik-Anlage den notwendigen Strom. Eine wirklich ideale ­Kombination!

Rupert Haslinger

Dieser Artikel erschien ursprünglich in Ausgabe 6/2016 der Sonne Wind & Wärme.