Neue Klimadaten erleichtern energieoptimiertes Bauen

13.07.2017

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) und der Deutsche Wetterdienst (DWD) haben ortsgenaue Testreferenzjahre (TRY) vorgelegt. TRY sind Datensätze, die für jede Stunde eines Jahres verschiedene meteorologische Daten enthalten. Sie repräsentieren einen für das Jahr typischen Witterungsverlauf an einem Ort. Sie liegen fortan für jeden Quadratkilometer des Bundesgebiets vor.

Mit dem TRY können Planer und Ingenieure Innenraumtemperaturen von Gebäuden und deren Energieverbrauch besser berechnen und die Heiz-, Klimatisierungs- und Lüftungstechnik optimal auf das lokale Klima abstimmen. Die neuen Testreferenzjahre haben eine sehr hohe räumliche Auflösung. Die Forscher verabschiedeten sich vom Konzept der Einteilung Deutschlands in 15 TRY-Klimaregionen mit je einer Repräsentanzstation, für die ein entsprechender Testreferenzjahr-Datensatz erstellt wurde. Stattdessen gibt es die neuen TRY-Datensätze nun für jeden Quadratkilometer des Bundesgebiets.

Da heiz- und raumlufttechnische Anlagen auch für extreme Belastungen ausgelegt werden, erstellten die Forscher zusätzlich Datensätze für je ein Jahr mit einem sehr kalten Winterhalbjahr (Oktober bis März) und einem sehr warmen Sommerhalbjahr (April bis September). Um auch bei langen Nutzungsdauern eine nachhaltige Planung der Gebäudehülle und der technischen Anlagen zu ermöglichen, entwickelten sie auf Basis von zwölf regionalen Klimamodellen zusätzlich Testreferenzjahre für den Zeitraum 2031 bis 2060. Sie sind wie die übrigen TRY-Datensätze aufgebaut.

Die neuen Datensätze stammen aus einem von der Forschungsinitiative Zukunft Bau geförderten Projekt. Mit der Forschungsinitiative Zukunft Bau unterstützen das Bundesbauministerium und das BBSR die Zukunfts- und Innovationsfähigkeit der Bauwirtschaft. Die Initiative stärkt die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Bauwesens und sorgt insbesondere für einen Wissenszuwachs und neue Erkenntnisse im Bereich technischer, baukultureller und organisatorischer Innovationen. Die Datensätze sind auf der Homepage des BBSR abrufbar.

Jens-Peter Meyer / BBSR

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