New Energy Husum eröffnet

15.03.2018

Husum – Gleich zum Eröffnungstag kam hochrangiger Besuch auf die Messe mit den bedeutendsten Trends zum Thema Erneuerbare Energien in Norddeutschland. Ein Zeichen dafür, wie groß die Bedeutung der New Energy Husum als Forum für die Branche ist.

Landtagspräsident Klaus Schlie sowie der stellvertretende Ministerpräsident und Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes, Dr. Robert Habeck, ließen es sich nicht nehmen, beim offiziellen Start dabei zu sein. Robert Habeck: „Hier in Husum auf der New Energy begann alles, aber es steht auch als Mahnung für die Zukunft. Wir haben noch einen Riesenschritt zu gehen, denn die Zeit läuft uns weg. Die Wissenschaftler sagen uns, dass 2040 alles zu kippen beginnt.“ In Bezug auf die neue Landesregierung versprach er für den Sommer die endlich ersehnte Planungssicherheit, auch wenn noch letzte politische Entscheidungen zu treffen seien. Allerdings gab er sich in Bezug auf die Bundesregierung nicht ganz so optimistisch. Die damals getroffene Entscheidung, die Solaranlagen-Förderung zu deckeln, habe sich als großer Fehler herausgestellt, das dürfe sich nicht wiederholen. Aus seiner Sicht müsste „die Zukunft günstiger werden, die Vergangenheit teurer“. Das würde auch den Weg frei machen für Tüftler und Denker, die Neues schüfen. „Wir brauchen euch“, schloss er ab.

Auf Nachfrage sagte Robert Habeck, die New Energy Husum vergleiche er mit einem Schnellboot, wenn man den Bereich der Erneuerbaren Energien als großes Schiff ansehe. Auf der einen Seite sei es wichtig, dass hier fachliche Absprachen unter Experten getroffen werden können, auf der anderen Seite habe sich die New Energy aber auch zu einer Verbrauchermesse entwickelt, die zeige, was es auf dem Markt überhaupt gebe, zum Beispiel bei den E-Mobilen. Auf die Frage, was er aus seiner Zeit als Energieminister mit nach Berlin nehmen könne, sagte er: „Alles. Ich denke, ich bin hier ausreichend geschult worden, um die Energiebelange dort anzubringen.“

Klaus Schlie steht zur Messe und zum Messestandort: „Hier gibt es die Impulse und die rasante Entwicklung in diesem Bereich ist einfach außerordentlich. Was heute noch Zukunftsvision ist, ist nächstes Jahr schon Realität. Die New Energy ist ohne die Fachleute nicht denkbar, aber sie bietet für den bewussten Bürger, die sich selbst einbringen wollen viele Anregungen und Informationen. Die Endverbraucher haben diese Messe für sich entdeckt.“ Man müsse auf jeden Fall die Menschen mitnehmen, denn es gebe keine Alternative zu den Erneuerbaren Energien. Es ist ein gänzlich neuer Markt mit vielen Chancen. „Die Menschen haben kapiert, dass man dem Klimawandel begegnen muss.“

Ove Petersen, Vorstandsvorsitzender des Branchenverbandes watt_2.0, griff den Ball auf. Ganz Schleswig-Holstein werde davon betroffen sein und der Begriff ‚Klimadeich‘ mache ihm große Sorgen. Ansonsten gelte es durch eine gute Standortpolitik das Land nach außen hin gut zu verkaufen. „Wir haben hier günstigen Wind und eine extreme Innovationskraft. Wir haben die richtige Einstellung für die Zukunft. Damit schaffen wir Wertschätzung und Akzeptanz. Wir müssen nur aufpassen, dass wir uns durch politische Entscheidungen wie etwa der Emissionsschutzregelung nicht selbst ins Knie schießen.“

Zum Abschluss der Eröffnungsveranstaltung gab der Bürgermeister aus Klixbüll noch einen Einblick, wie Energiewende ganz praktisch funktionieren kann. Mit dem DörpsMobil-Projekt hat man die besten Erfahrungen gemacht, so gute sogar, dass der Gedanke inzwischen über die Landesgrenzen hinaus überschwappt.

Der Geschäftsführer der Messe Husum & Congress Arne Petersen freut sich auf einen spannenden Verlauf der Messe. „Und ich bin stolz darauf, mit watt_2.0 und Ove Petersen einen Partner zu haben, der das Thema Erneuerbare Energien vorantreibt.“ Auf dem anschließenden Rundgang durch die Messe gab es reichlich Gelegenheit für Gespräche mit den Ausstellern sowie für praktische Erfahrungen mit E-Mobilen.

Der nächste Höhepunkt des ersten Messetages ließ nicht lange auf sich warten. Zum Podiumsgespräch im watt_2.0-Forum gesellte sich auch Dr. Bernd Buchholz, Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus zusammen mit Ove Petersen, Dr. Ulrich Bünger, Simone Lange, Oberbürgermeisterin der Stadt Flensburg sowie Jürgen Wollschläger von der Raffinerie Heide. Grundsätzlich stünden alle hier gemeinsam in den Startlöchern für die Energiewende und zum Beispiel die Wasserstofftechnologie. Es brauche aber die rechtlichen Rahmenbedingungen. Dr. Buchholz spielte den Ball weiter nach Berlin und sogar nach Brüssel, aber aus schleswig-holsteinischer Sicht versuche man alles, was machbar sei.

Quelle: Messe Husum