Hannover will bei E-Mobilität Nr. 1 werden

Sabine Tegtmeyer-Dette (Erste Stadträtin und Wirtschafts- und Umweltdezernentin) und Oberbürgermeister Stefan Schostok bei der Auftaktveranstaltung zu "Hannover stromert" Mitte Februar (Foto: Stadt Hannover)
Sabine Tegtmeyer-Dette (Erste Stadträtin und Wirtschafts- und Umweltdezernentin) und Oberbürgermeister Stefan Schostok bei der Auftaktveranstaltung zu "Hannover stromert" Mitte Februar (Foto: Stadt Hannover)
14.06.2018

Mit rund 600 öffentlichen Ladepunkten will Hannover die in Deutschland größte Ladesäulendichte in Bezug auf die  Einwohnerzahl erreichen. Über 10 Mio. € werden dazu von Hannovers Stadtwerken Enercity und der Stadt bis 2020 in die elektro-mobile Infrastruktur investiert.

Gemessen an der Einwohnerzahl sollen in der Niedersachsen-Metropole mit 9 bis 10 Ladepunkten je 10.000 Einwohner (Lp/10.000 Einw.) mehr Ladepunkte entstehen als in den derzeit führenden deutschen Großstädten Stuttgart (6 Lp/10.000 Einw.), Berlin oder Hamburg (2 Lp/10.000 Einw.). „Für eine klima- und umweltschonende Stadtentwicklung braucht es neben der Energiewende auch eine Mobilitätswende. Elektrofahrzeuge spielen dabei eine zentrale Rolle“, so Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok. „Denn mehr Elektromobilität heißt weniger Lärm, weniger CO2, weniger Stickoxide und damit bessere Luft.“ Bis 2020 sollen 6.000 Elektroautos auf Hannovers Straßen fahren (aktuell 800). Auch die Elektrifizierung des Lieferverkehrs und der Einsatz von E-Lastenrädern spielen in dem 122 Seiten starken Umsetzungskonzept „Hannover stromert“ eine wichtige Rolle.

Für Enercity-Chefin Susanna Zapreva ist E-Mobilität ein Geschäftsfeld mit großer Zukunft. „Die Ökosysteme unserer Kunden wie Wohnen, Mobilität und Energie wachsen zusammen. Wir wollen ihnen diesen Weg in die Zukunft leichter machen.“ Ein Team von über 40 Mitarbeitern kümmert sich bei Enercity darum, dass Netzanschlüsse entstehen und Ladesäulen gebaut werden (s. dazu auch Artikel auf S. 80). Mit „Shop&Charge“ für Handelsunternehmen oder „Sleep&Charge“ für Hotels werden branchenspezifische Ladelösungen angeboten. Hinzu kommen Wartung, Ersatzteilservice, Call-Center, Fördermittel-Management und die Abrechnung von Fahrstromerlösen. Privatkunden können zukünftig neben der Ladestation auch Fahrstrom-Flatrates nutzen, mit denen sie europaweit komfortabel, unkompliziert und kostengünstig elektrisch mobil sind.

Einen Anfang auf dem Weg zur e-mobilen Nummer 1 hat Hannover bereits gemacht: „Deutschlands beste Stromtankstelle 2017“ steht auf dem Parkplatz des Produktionstechnischen Zentrums der Universität, dicht an der A2. Die stark frequentierte Säule war bereits 2015 und 2016 unter den Top 10 der besten Ladestationen. Die Auszeichnung vergeben Elektromobilisten auf dem Praktikerportal goingelectric.de. Die Schnellladesäule hat einen 50 kW CCS- und CHAdeMO sowie einen 43 kW Typ2-Anschluss und ist ohne Zugangskarte nutzbar. Strom gibt’s rund um die Uhr und kostenlos (gesponsert von den Stadtwerken Garbsen).

Reinhard Siekemeier

Weitere Informationen zu Hannovers E-Mobilitätsoffensive