Methanisierungsanlage in Flakenhagen eröffnet

11.05.2018

In einer feierlichen Eröffnungsveranstaltung hat die Methanisierungsanalge in Falkenhagen den Betrieb aufgenommen. Es handelt sich um eine Erweiterung der bereits bestehenden Power-to-Gas-Anlage. In den kommenden zwei Jahren erfolgt der Betrieb unter genauer Aufsicht der realisierenden Projektpartner.

Im Rahmen des internationalen Forschungsprojektes STORE&GO wurde am 09.Mai eine Methanisierungsanlage als Erweiterung der bereits bestehenden Power-to-Gas-Anlage in Falkenhagen feierlich eröffnet. Nachdem mit der bisherigen Anlage WindGas direkt ins Erdgasnetz eingespeist werden konnte, ermöglicht die neue Methanisierung die Erzeugung von "grünem" Methan. Dabei wird der regenerativ erzeugte Wasserstoff in diesem zweiten Schritt mit CO2 aus einer Bio-Ethanol-Anlage zu synthetischem Erdgas umgewandelt. Dies bietet ungleich mehr Möglichkeiten.

Das Projekt STORE&GO befasst sich unter Mitarbeit von 27 Partner aus sechs Ländern mit der Integration von Power-to-Gas-Anwendungen in das europäische Energienetz. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Methanisierung von Wasserstoff als wichtigen Schritt für die Energiewende.

Die Power-to-Gas-Pilotanlage "WindGas Falkenhagen" wurde 2013 errichtet, um Windenergie im Erdgasnetz zu speichern. Im Juli 2017 wurde der Grundstein für die Methanisierungsanlage und weitere dafür notwendige Komponenten direkt neben dem bestehenden Standort gelegt. Dies alles konnte nun planmäßig fertiggestellt werden. Die Methanisierungsanlage produziert bis zu 57 /h Synthetic Natural Gas, bei Normaldruck und -temperatur, was in etwa einer Leistung von 600 kWh/h entspricht. Zum Vergleich: Mit dieser Energiemenge könnte man eine 50-m²-Wohnung etwa einen Monat lang beheizen. Zudem wird die beim Prozess entstehende Wärme von dem benachbarten Furnierwerk genutzt.

Gemeinsam mit den Standortpartnern thyssenkrupp Industrial Solutions, der Forschungsstelle des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW) und dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) wurde die innovative, großtechnische Anlage realisiert und soll im Rahmen des Projekts 24 Monate betrieben und untersucht werden. Als Pate für das neue Projekt steht Dr. Christian Ehler, Mitglied des Europäischen Parlaments, zur Verfügung.

An der offiziellen Eröffnung nahm den Projektpartnern auch Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen, teil.

Uniper / Philipp Kronsbein

Uniper / Philipp Kronsbein

Dr. Christian Ehler
Brandenburger Europaabgeordneter
»Ich freue mich sehr, die Patenschaft für das zukunftsweisende und innovative europäische Forschungsprojekt in der Energiewirtschaft ,STORE&GO' des Technologiestandortes Falkenhagen übernehmen zu können. Durch die Anbindung an das Erdgasnetz der Region eignete sich das Power-to-Gas-Projekt ausgezeichnet, um die technischen und regulatorischen Herausforderungen beim Bau und Betrieb von Speicheranlagen auszuloten. Es freut mich nun zu sehen, wie bei Uniper dem Thema Power-to-Gas unverändert eine wichtige Rolle beigemessen wird. CO2-neutrales Gas kann einen entscheidenden Beitrag zu den europäischen Dekarbonisierungs- und Energiezielen leisten.«
Eckhardt Rümmler
Vorstandsmitglied Uniper
»Ohne den Ausbau von langfristigen Speichermöglichkeiten wird die Energiewende scheitern. Mit der Inbetriebnahme der Methanisierungsanlage als Ergänzung zu unserer erfolgreich erprobten Power-to-Gas-Anlage zeigen wir, dass die Technologien bereit sind, um aus erneuerbaren Energien grünes Gas herzustellen. So können wir die Erneuerbaren in das Energiesystem integrieren und für neue Anwendungen nutzbar machen. Nun ist es an der Politik, die Rahmenbedingungen so anzupassen, dass Power-to-Gas-Anlagen im großtechnischen Rahmen endlich wirtschaftlich betrieben werden können.«
Professor Thomas Kolb
Karlsruher Institut für Technologie
»Power-to-Gas-Technologien und Erdgasinfrastruktur sind unverzichtbare Elemente der Energieversorgung der Zukunft für Deutschland und Europa. Ich freue mich, dass die neue Anlage in ihrem Herzen einen in Karlsruhe entwickelten katalytischen Wabenreaktor für die flexible, bedarfsorientierte Methanisierung nutzt«
Helmut Knauthe
CTO thyssenkrupp Industrial Solutions
»Power-to-Gas ist eine Schlüsseltechnologie für die Energiewende. Mit der heutigen Eröffnung konnten wir einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zur industriellen Nutzung machen. Um die Wirtschaftlichkeit noch weiter zu steigern, beschäftigen wir uns mit Möglichkeiten der Modularisierung solcher Anlagen. Darüber hinaus werden wir zukünftig für die Methangewinnung sogar Industrieabgase nutzen können.«
Michael Riechel
Präsident des DVGW
»Gas ist ein idealer Partner für ein klimafreundliches Energiesystem der Zukunft. Power-to-Gas-Technologien kommen hierbei eine Schlüsselrolle zu. Sie sind das zentrale Kopplungselement zwischen Strom- und Gasinfrastruktur und ermöglichen so die Integration erneuerbarer Energien in zukunftsweisende Versorgungssysteme. Die CO2-freie Erzeugung und Nutzung von Gasen erlaubt es, den Anteil erneuerbarer Energien an der Energieversorgung zu steigern. Damit Power-to-Gas jedoch sein Potenzial als grüne Batterie der Energiewende voll entfalten kann, müssen regulatorische Hürden fallen und die Anlagen einen gleichberechtigten Zugang zum Markt erhalten.«
 

 

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