Marktübersicht Warmwasser-Solaranlagen

Was bringen Warmwasser-Solaranlagen ein? SONNE WIND & WÄRME hat Solaranbieter nach den Komponenten ihrer gängigen Warmwasser-Solaranlagen gefragt. Auf Basis der Kollektoren und Speicher hat der Schweizer Softwarespezialist Vela Solaris die Anlagen mit dem Simulationsprogramm Polysun durchgerechnet und die Endenergie in kWh/a bestimmt, die die jeweilige Warmwasser-Solaranlage von der Sonne erntet und welcher Einsparung an Erdgas dieser Solarertrag entspricht. Außerdem ermittelt Polysun die relative Zusatzenergieeinsparung. Diese - auch als solarer Deckungsgrad bezeichnet - ist der Anteil an Heizenergie, die die Solarenergie im Vergleich zu einer konventionellen Heizung einspart, die keine Warmwasser-Solaranlage enthält. Um die Vergleichbarkeit der Simulationsergebnisse zu gewährleisten, wurden nur Warmwasser-Solaranlagen in den Vergleich aufgenommen, bei denen das Speichervolumen zwischen 250 und 300 Liter liegt und die Kollektorfläche 7 m2 nicht überschritt.

Das Ergebnis: Die Spanne der Einsparungen des Gasverbrauchs durch die Solaranlage reicht für die Warmwasserbereitung von 39,1 bis 63,6 %.

Diese Übersicht enthält nicht nur die Simulationsergebnisse der Solarerträge. Die für die Simulation individuell eingesetzten Daten sind aufgeführt. Hinzu kommen auch Informationen zu den Bestandteilen und weitere Informationen wie die Listenpreise der Warmwasser-Solaranlagen. Was die jeweilige Solaranlage wirklich kostet, ist schwer abzuschätzen. Denn die Listenpreise berücksichtigen keine Herstellerrabatte und außerdem kommen noch die Installationskosten hinzu.

Als Grundlage der Simulation dient eine Referenzanlage am Standort Würzburg, die die Branchenverbände BDH und BSW Solar definiert haben. Angenommen wurden eine Dachausrichtung nach Süden und eine Dachneigung von 45°. Die Solarkreisrohrlänge beträgt 20 m. Rohrdurchmesser und Dämmung sind bei allen Anlagen gleich. Nachgeheizt wird mit Gas, wobei der Kesselwirkungsgrad für die individuelle Anlagenkonfiguration berechnet wird. Die Bewohner des virtuellen Hauses verbrauchen 200 Liter warmes Wasser am Tag. Dabei zapfen sie jeden Tag morgens um 7 Uhr 80 Liter, mittags um 12 Uhr 40 Liter und abends um 19 Uhr 80 Liter. Die Zapftemperatur beträgt 52,5 °C. Eine Zirkulation ist in dem virtuellen Haus nicht vorgesehen. In der Simulation machen die Bewohner keinen Urlaub.

So realitätsnah die Simulationsbedingungen auch gewählt wurden: Eine Warmwasser-Solaranlagen erntet je nach Standort und den dort herrschenden Wetterbedingungen unterschiedlich viel Sonnenenergie. Einen sehr großen Einfluss hat auch das Verhalten der Bewohner. Denn nur wer im Sommer viel warmes Wasser verbraucht, kann auch überdurchschnittlich viel Solarwärme einfahren. Diese Simulation von Warmwasser-Solaranlagen dient also nicht einer exakten Ertragsvorhersage, sondern dem Vergleich der Angebote verschiedener Anbieter. Außerdem gilt: Resultate ohne Gewähr. Andere Simulationsprogramme können abweichende Ergebnisse liefern.

Zu dieser Marktübersicht ist in SONNE WIND & WÄRME Ausgabe 3/2016 ein Übersichtsartikel erschienen. Abonnenten können den Artikel kostenlos in unserem Online-Artikelarchiv herunterladen. Sie sind kein Abonnent? Kein Problem, bestellen Sie das Heft einfach hier direkt zu sich nach Hause!

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