Ifo-Studie: Steuerausfälle durch MAP-Stopp

Was wäre, wenn...? Das Ifo-Institut hat für verschiedene Szenario ausgerechnet, wie sich die MAP-Sperre auf den Staatshaushalt auswirkt. Abweichungen in der Summe sind Rundungsungenauigkeiten.

Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien
Was wäre, wenn...? Das Ifo-Institut hat für verschiedene Szenario ausgerechnet, wie sich die MAP-Sperre auf den Staatshaushalt auswirkt. Abweichungen in der Summe sind Rundungsungenauigkeiten. Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien

Da niemand genau weiß, wie viele Solaranlagen und Pelletskessel auch ohne MAP verkauft würden, und wie viele davon in Deutschland produziert wurden, hat das Ifo verschiedene Szenarien durchgerechnet.

Alle Szenarien stützen sich auf die Statistik des Bundesumweltministeriums aus den vorigen Jahren, um abzuschätzen, wie hoch die Investitionen sind, die durch die derzeit gesperrten 115 Mio. € des MAP-Budgets ausgelöst würden.
Im „Maximalszenario“ geht das Ifo davon aus, dass die Verbraucher ohne das MAP gar keine Pelletsheizungen, Solaranlagen und Wärmepumpen kaufen würden und damit verbundenen Heizungssanierungen auf unbestimmte Zeit vertagen. Das heißt: Auf der einen Seite fließen 115 Mio. € aus dem MAP nicht an die Verbraucher. Auf der anderen Seite lassen diese insgesamt 844 Mio. € auf ihren Bankkonten liegen, die sie für Heizungssanierungen ausgegeben hätten, wenn der Bund sie mit Förderungen unterstützt hätte. Außerdem geht das Ifo im Maximalszenario davon aus, dass die gesamten Heizungen und Komponenten, die die Verbraucher mit Hilfe der Fördermittel kaufen würden, aus deutscher Produktion stammen. Um die Wertschöpfungskette bezüglich Personal und Steuern korrekt abzubilden, greift das Ifo auf Input-Output-Tabellen des statistischen Bundesamtes und auf Kostenstrukturen des Instituts für Ökologische Wirtschaftsforschung zurück. Im Maximalszenario entgehen dem Staat insgesamt 588 Mio. € - davon 311 Mio. € Steuereinnahmen, 130 Mio. € aus der Sozialversicherung und 146 Mio. € müsste der Staat mehr an Arbeitslosenunterstützung zahlen.

Als Gegenpol hat das Ifo berechnet, was geschieht, wenn der Förderstopp nur 40 % Investitionsausfall mit sich bringt und 30 % der Heizungsanlagen aus dem Ausland stammen. Selbst dann summieren sich Steuerausfälle, Ausfälle an Sozialversicherungsbeiträgen und zusätzliche Arbeitslosenunterstützung auf 202 Mio. € - also noch immer mehr, als die Höhe der nicht ausgezahlten Förderung.
Die Agentur für erneuerbare Energien verwendet in ihren Pressemitteilungen die Zahl von „rund 150 Mio. €“ allein an Steuerausfällen, geht also von einem Importanteil zwischen 10 und 20 % und einem Investitionsausfall von rund 50 % aus. Beim Importanteil stützt sich die Agentur auf den Heizungsverband BDH, der davon ausgeht, dass die Wertschöpfung bei Heizungsanlagen zu 90 % in Deutschland liegt.

In allen Szenarien geht das Ifo davon aus, dass die Verbraucher das Geld, das sie nicht in eine neue Heizung investieren, auch nicht für andere Zwecke ausgeben wie z.B. Reisen, Möbel oder Autos. Steuereinnahmen, die der Staat dadurch eventuell erhielte, hat das Ifo also nicht gegen die Einnahmenausfälle aus der Heizungssanierung aufgerechnet. (ea)

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