Umrüsttechnik auf dem Vormarsch

Düsenprüfgerät: Zu den zahlreichen, für ein pflanzenöltaugliches Fahrzeug notwendigen Umbaumaßnahmen gehört das Einstellen der Einspritzdüsen.
Foto: Daniel Kaufmann
Düsenprüfgerät: Zu den zahlreichen, für ein pflanzenöltaugliches Fahrzeug notwendigen Umbaumaßnahmen gehört das Einstellen der Einspritzdüsen. Foto: Daniel Kaufmann

Stefan Schubert bringt einen kleinen Aufkleber »Pflanzenöl« neben dem Typenschild an – damit ist der zum »Öltanker« umgebaute Kleinbus fertig zur Übergabe an seinen Besitzer. Schon seit 1999 rüstet Kfz-Meister Schubert aus Tettnang in der Bodensee-Region Fahrzeuge auf Pflanzenöl um. »Immer wieder erkundigen sich Leute bei mir, was bei ihrem Auto alles umgebaut werden muss, damit sie mit Biodiesel fahren können«, sagt Schubert. Höflich weise er dann stets darauf hin, dass seine Umbauten nicht mit Biodiesel fahren, sondern mit reinem, naturbelassenem Pflanzenöl.

Beim Biodiesel wird die gegensätzliche Strategie verfolgt, den Kraftstoff an den Dieselmotor anzupassen – und zwar durch Umesterung von Pflanzenölen mit Methanol zu Fettsäure-Methyl-Ester (FAME). Schon seit Mitte der 90er Jahre wird Biodiesel an vielen Tankstellen angeboten. Aufgrund des Umesterungsprozesses weist er allerdings eine schlechtere Energie- und Ökobilanz auf und ist um circa 25 Cent teurer als reines Pflanzenöl. Außerdem greift das chemische Produkt wegen der Lösemitteleigenschaft Kraftstoffleitungen und -dichtungen an.