Rekordzahl bei heimischer Pelletproduktion

09.02.2018

Mit 2,25 Mio. Tonnen Holzpellets in 2017 wurden in Deutschland so viele Presslinge hergestellt wie noch nie. Die Ausbauzahlen bei Pelletkesseln und Pelletkaminöfen blieben jedoch leicht hinter den Erwartungen zurück.

Der Zubau an neuen Pelletfeuerungen konnte nach Angaben des Deutschen Energieholz- und Pellet-Verbandes e. V. (DEPV) zum Vorjahr (31.200 Stück) um 3,5 % auf 32.300 Stück gesteigert werden. Die Prognose wurde damit nur knapp verfehlt. Zugebaut wurden 16.500 Pelletkaminöfen, 15.000 Pelletkessel und wasserführende Pelletöfen mit einer Leistung bis 50 kW sowie 800 Kessel/Pellet-KWK-Anlagen größer 50 kW. DEPV-Geschäftsführer Martin Bentele blickt dennoch optimistisch ins Pelletjahr 2018: „Die Pelletbranche fordert von der neuen Bundesregierung jetzt endlich eine echte Energiewende am Wärmemarkt, für die wir mit unserem heimischen, klimafreundlichen Brennstoff sehr gut gerüstet sind.“

Ende 2017 waren in Deutschland rund 437.000 Pelletfeuerungen im Einsatz. Für das Jahr 2018 geht der DEPV von einem Absatz von 33.900 Feuerungen (16.900 Kessel und 17.000 Pelletkaminöfen) aus. Damit würde der Gesamtbestand an Pelletfeuerungen auf rund 465.000 Anlagen anwachsen.

Insbesondere im mittleren Anlagensegment bis 50 kW Leistung sieht Bentele noch großes Potential: „Die Austauschquote von alten, fossilen Heizungen ist trotz zaghafter Bemühungen der Politik mit Altanlagenlabel und EnEV-Austauschpflicht bei Eigentümerwechsel noch viel zu niedrig. Dass die neue Bundesregierung, wie im Koalitionsvertrag verabschiedet, keine CO2-Bepreisung anstrebt und stattdessen über das Jahr 2020 hinaus Steuergelder für neue fossile Heizungen ausgeben will, ist angesichts der Verfehlung der Klimaziele kontraproduktiv. Nur echte Erneuerbare Heizungstechnik kann so viel CO2 einsparen, wie nötig ist, um die Klimaerhitzung zu bremsen.“

Im Jahr 2017 wurden laut DEPV durch Pelletfeuerungen 3,19 Mio. Tonnen CO2 eingespart. Das sei ein Einspareffekt von 92,5 % gegenüber den Treibhausgasen, die die durch Pellets ersetzten fossilen Heizungen andernfalls ausgestoßen hätten.

Pelletproduktion und Verbrauch
Strenge Qualitätsstandards

Deutschland ist europaweit der größte Pelletproduzent und erzeugt annähernd 10 % der weltweit gepressten Holzpellets. Mit 2,25 Mio. Tonnen Holzpellets im Jahr 2017 wurde mehr als je zuvor von dem heimischen Brennstoff in Deutschland hergestellt. Im Vergleich zum Vorjahr (1,95 Mio. t) bedeutet das eine Steigerung von 15,4 %. Der Verbrauch belief sich 2017 bundesweit auf 2,1 Mio. Tonnen. „Deutschland kann sich rein rechnerisch vollständig mit Pellets aus eigener Produktion versorgen“, erklärt Bentele. „Rohstoff gibt es dank des hohen Holzeinschnitts und des damit verbundenen reichlichen Restholzanfall in deutschen Sägewerken mehr als genug.“ Pellets wurden im vergangenen Jahr zu 95 % aus Sägenebenprodukten hergestellt.

Der Verband rechnet für 2018 mit einer weiter leicht zunehmenden Produktion auf 2,3 Mio. Tonnen. Fast die gesamte Produktionsmenge wird nach den strengen Vorgaben der ENplus-Zertifizierung hergestellt (98,5 %). 63 % der Pellets werden mittlerweile auch vom zertifizierten Brennstoffhandel an die Kunden ausgeliefert. „Mit ENplus für Hackschnitzel und Holzbriketts sind wir dabei, Qualitätsstandards auch bei anderen modernen Holzenergieträgern zu etablieren“, erklärt Bentele.

Stabile Preise

Der Preis für Pellets war auch im Jahr 2017 stabil und günstig. Im Jahresdurchschnitt zahlten Heizungsbetreiber für eine Tonne Pellets 239,83 €, das entspricht 4,80 ct/kWh. Das waren laut DEPV 3,9 % mehr als im Vorjahr, aber 0,7 % weniger als 2015. Heizöl war 2017 im Schnitt mit 5,71 ct/kWh 19,0 % teurer als die Holzpresslinge, Gas mit durchschnittlich 5,92 ct/kWh sogar 23,3 % teurer.

DEPV /Funke

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