Projekt „KomInteg“: Biomasse im Wärmemarkt der Zukunft

Vereinfachte Darstellung der Schwerpunkte der gebildeten Clusterkommunen anhand der absoluten Bioenergiepotenziale.
Quelle: „IZES/Fraunhofer UMSICHT/Wuppertal Institut
18.03.2014

Im Rahmen des Projektes „KomInteg – Nachhaltige Integration von Bioenergiesystemen im Kontext einer kommunalen Entscheidungsfindung“ diskutieren Experten über die Perspektiven für den Wärmemarkt. Besprochen wird, warum die Potenziale in vielen Kommunen nur unzureichend genutzt werden, wie sich nationale Ziele auf regionale Ebene übertragen lassen und welche Handlungsoptionen die Kommunen haben.

Als abschließendes Ergebnis sollen die Kommunen Handlungsempfehlungen erhalten, um über neue Bionenergie-Projekte oder die Verbesserung bestehender Biomasse-Projekte zu entscheiden.

Die deutschen Kommunen wurden zuerst anhand verschiedener Indikatoren in zehn Cluster eingeteilt. Dazu wurden Daten über die Einwohnerzahl, Ackerfläche, Waldfläche, Viehbestand, Strohmenge und Grasmenge miteinander verglichen. Den Clustern wurden dann mögliche Biotechnologien zugewiesen.

Im Februar wurden die ersten Ergebnisse des Projektes im Workshop „Biomasse im Wärmemarkt der Zukunft“ mit Vertretern aus Verbänden, Kommunalverwaltungen, Wissenschaft und Praxis diskutiert. Neben Praxisbeispielen aus den Kommunen sprach man vor allem über die die technischen Möglichkeiten für Bioenergiesysteme im Wärmemarkt, die notwendigen Marktimpulse, den Stellenwert von Nahwärmenetzen und den kommunalen Einfluss.

Bedarf für Wärme aus Biomasse bleibt erhalten

Ein wichtiger Punkt für die Zukunft der Biomasse im Wärmemarkt wird eine Anpassung der Wärmeerzeugung an den Wärmebedarf sein. Außerdem werden hocheffiziente KWK-Technologien und effiziente Kombinationen mit anderen erneuerbaren Energien wie Solarthermie an Bedeutung gewinnen. In jedem Fall wird der Faktor „Wärme“ auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Nach der Prognose von Volker Lenz vom Deutschen Biomasseforschungszentrum bliebe selbst bei einer 80-prozentigen Einsparung im Gebäude- und Wärmebereich und einem deutlichen Ausbau der Solar- und Geothermie-Wärmebereitstellung ein Wärmebedarf aus Biomasse von 300 bis 600 PJ (83 bis 166 TWh) übrig.

„Jeder braucht Wärme, in der einen oder anderen Art. Der Preisanstieg im Wärmemarkt beschäftigt nicht mehr nur die Haushalte, sondern vor allem auch die Industrie. Um die Ziele der Wärmewende zu erreichen bedarf es jedoch einer grundlegenden systematischen Veränderung, die es in einem gesellschaftlich-partizipativen Prozess abzuwägen gilt“, fasst Frank Baur, Projektleiter am IZES die Herausforderungen des Wärmemarktes zusammen.

Um den Übergang zu einem hohen Anteil an erneuerbaren Quellen im Wärmebereich zu schaffen, müssen vor allem die Wärmenetze ausgebaut werden. Denn der überwiegende Teil der Wohngebäude wird aktuell durch Einzelfeuerstätten beheizt (79 %) und nur 5,4 % beziehen ihre Wärme über ein Nah- oder Fernwärmenetz. Der Wärmenetzausbau soll dabei mit zukünftigen Gebäudesanierungen abgestimmt werden, da prinzipiell immer eine angemessene Wärmedämmung vorgezogen werden soll.

Das Projekt „KomInteg“ soll am Ende klare Empfehlungen für die Kommunen dahingehend liefern, was bei der Projektplanung wichtig ist, ob rechtlichen Erleichterungen geschaffen werden müssen oder welche Probleme bei der Planung und Finanzierung auftreten können.

An dem durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) geförderten Projekt beteiligt sind die IZES gGmbH, das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH und das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT. Die Endergebnisse  des Projektes werden im Herbst 2014 auf einer Abschlusskonferenz vorgestellt und der Endbericht wird bis Ende 2014 veröffentlicht.

Tanja Peschel

Weitere Informationen:

Projektsteckbrief KomInteg

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