Neue Geschäftsmodelle für Biogasanlagen

  Biogasanlage im Virtuellen Kraftwerk Next Pool, in dem bereits 1270 MW aus Bioenergieanlagen vernetzt sind. (Foto Next Kraftwerke)
Biogasanlage im Virtuellen Kraftwerk Next Pool, in dem bereits 1270 MW aus Bioenergieanlagen vernetzt sind. (Foto Next Kraftwerke)
04.01.2018

Welche Geschäftsmodelle lohnen sich für Betreiber von Biogasanlagen, wenn die bisher durch das EEG festgelegte Vergütung ausgelaufen ist? Dies ist die Kernfrage des neuen Forschungsprojekts „Bioenergie – Potentiale, Langfristperspektiven und Strategien für Anlagen zur Stromerzeugung nach 2020“, kurz BE20plus.

Mit dem Forschungsprojekt BE20plus untersuchen das Deutsche Biomasseforschungszentrum GmbH, die IZES gGmbH, die Uni Stuttgart, das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH und die Next Kraftwerke GmbH die ökonomischen Perspektiven von Biogasanlagen nach Ablauf der zwanzigjährigen Förderperiode. Hintergrund ist die Annahme, dass die EEG-Förderung für einen Großteil der Biogasanlagen in den Jahren 2025 bis 2035 auslaufen wird. Die Projektpartner möchten neue Geschäftsmodelle identifizieren und evaluieren sowie Referenzszenarien für die Nutzung von Bioenergie im Rahmen der Energiewende erarbeiten.

Kostenoptimierungen aufzeigen

Dazu werten sie Daten von Bestandsanlagen aus und kategorisieren diese nach Konversionstechnologie, Größenklasse und EEG-Altersgruppe. In einem nächsten Schritt erfolgt die Modellierung eines Referenzszenarios für die Nutzung der Bioenergie im Rahmen der Energiewende, welches verschiedene Energiewende- Szenarien bis 2035 unter Berücksichtigung der gesammelten Bioenergie-Daten simuliert. Das Ergebnis der Simulation soll dann Aufschlüsse über potentielle Erlöse und Kostenoptimierungen der Einzelanlagen liefern. Darüber hinaus bewerten die Projektpartner, wie und in welchem Umfang Bioenergieanlagen zukünftig einen Beitrag zu einer nachhaltigen, wirtschaftlichen und sicheren Stromversorgung leisten.

Handlungsempfehlungen aussprechen

Next Kraftwerke begleitet das Projekt als Praxispartner und Schnittstelle zu Anlagenbetreibern. Das Kölner Unternehmen betreibt als digitaler Versorger eines der größten Virtuellen Kraftwerke in Europa. Im Next Pool sind rund 3000 dezentrale Stromerzeuger und -verbraucher über eine Plattform vernetzt und somit über das eigens entwickelte Leitsystem steuerbar. „Wir bringen unter anderem unsere langjährigen Praxiserfahrungen und Daten zu den aktuellen Vermarktungsprodukten und zukünftigen Erlöspotentialen ein. Außerdem beteiligen wir uns bei der Entwicklung zukünftiger Geschäftsmodelle und bewerten ihre Übertragbarkeit auf die Marktseite. Letztlich wollen wir die Vorteile der Bioenergie für das Energiesystem herauskristallisieren und uns für eine sachgerechte Bewertung dieser Vorteile einsetzen. Konkret nehmen wir uns vor, technologiespezifische Handlungsempfehlungen an unser Kundenportfolio sowie an Verbände und Politik weiterzugeben, um den systemischen Mehrwert von Biomasse auch zukünftig zu berücksichtigen“, sagt Jan Völpel, Projektverantwortlicher bei Next Kraftwerke.

Das Forschungsvorhaben läuft von bis Oktober 2019. Die Ergebnisse werden den Anlagenbetreibern als Entscheidungshilfe zur Verfügung gestellt.

Next Kraftwerke / Silke Funke